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3. Mose 4

1 Der Herr sprach zu Mose:
2 »Richte den Israeliten aus: Wenn jemand unabsichtlich gegen eines meiner Gebote verstößt, dann muss ein Opfer dargebracht werden.«
3 »Wenn der Hohepriester gegen mich sündigt und so Schuld über das ganze Volk bringt, dann muss er einen jungen, fehlerlosen Stier als Opfer für seine Sünde darbringen.

3. Mose 4, Verse 1-3

27 »Wenn sonst jemand unabsichtlich gegen eines meiner Gebote verstößt und so Schuld auf sich lädt,
28 dann soll er, sobald er seine Sünde erkannt hat, eine fehlerlose Ziege als Opfer für seine Sünde darbringen.
29 Er legt seine Hand auf den Kopf der Ziege und schlachtet sie vor dem heiligen Zelt, wo auch die Tiere für das Brandopfer geschlachtet werden.
30 Wieder taucht der Priester seinen Finger in das Blut und streicht es an die Hörner des Brandopferaltars, das restliche Blut gießt er an den Fuß des Altars.
31 Dann löst er alles Fett des Tieres ab – genau wie beim Friedensopfer – und verbrennt es auf dem Brandopferaltar. Solch ein wohlriechendes Opfer gefällt mir gut. Der Priester versöhnt dadurch den Schuldigen mit mir, dem Herrn, und ich werde ihm vergeben.

3. Mose 4, Verse 27-31

Das Sündopfer ist das Opfer, was wir am Öftesten mit dem Opfer Jesu Christi am Kreuz verbinden. Und es ist auch die absolute Grundlage von allen anderen Opfern. Erst mit dem Verstehen und der Annahme, dass Gott alles aus dem Weg geräumt hat, um Gemeinschaft wieder möglich zu machen, können wir diese genießen und in die Nähe Gottes kommen. Erst dann sind Brandopfer möglich und auch Friedensopfer, wenn wir das mit anderen Christen feiern. Und erst dann können wir unser Leben hingeben als Speiseopfer, um Gott zu gefallen. Das Sündopfer ist nicht freiwillig, sondern ein absolutes Muss.

Interessant finde ich, dass beim Priester nicht die Rede vom Erkennen der Sünde ist und das Opfertier mit dem Stier wesentlich größer ausfällt, als bei dem normalen Volk. Wenn sie ihre Sünde erkannten, dann mussten sie eine fehlerlose Ziege oder ein Schaf opfern. Und es geht die ganze Zeit um ein unabsichtliches Verstoßen gegen die Gebote Gottes.

Übertragen auf uns heute: Das gewöhnliche Volk fällt weg. Als wiedergeborene Christen sind wir Priester und es ist die Regel, dass uns der Heilige Geist direkt zeigt, wenn etwas zwischen Gott und uns getreten ist. Genau wie damals viele Sündopfer geopfert wurden, müssen wir uns auch heute bei begangenen Sünden damit beschäftigen, was Jesus es gekostet hat, um auch diese Sünde aus der Welt zu schaffen. Immer wieder werde ich mit meinem „alten Adam“ konfrontiert und treffe daraufhin auf die unfassbare Gnade Gottes. Das bringt Demut und befreit von Stolz, wenn ich immer wieder sehe, zu was ich selbst mit den besten Absichten fähig bin.

Das Sündopfer ist alternativlos. Die Sünde müssen wir vor Gott bringen. Aber das ist nicht die Endstation. Abladen und schnell wieder weg? In irgendeine Ecke verkriechen? Dann hast Du Dich nicht wirklich auseinandergesetzt mit Jesus Christus als das perfekte Opfer. Egal, wie unwürdig Du dich fühlst, lass Dich von deinen Sünden nicht in eine Abwärtsspirale drängen. Das Sündopfer ist genau dafür da, damit wir nicht in Depressionen fallen, sondern hoffen dürfen. Bleib aber auch nicht beim Sündopfer hängen. Feier die Auswirkungen davon. Dafür hat Gott Dich geschaffen. Nämlich für die Ewigkeit in vollkommener Gemeinschaft mit ihm. Sünde wird in der Ewigkeit kein Thema mehr sein. Dafür steht das Sündopfer wirklich.

3. Mose 3

1 »Will jemand mir, dem Herrn, ein Friedensopfer darbringen und wählt er ein Rind dafür aus, so muss es ein fehlerloses Tier sein, männlich oder weiblich. Er soll es zum heiligen Zelt bringen,
2 seine Hand auf den Kopf des Tieres legen und es am Zelteingang schlachten. Die Priester, die Nachkommen Aarons, sprengen das Blut ringsum an den Altar.
3 Zum Anteil, der mir als Opfer dargebracht wird, gehört alles Fett an und über den Eingeweiden,
4 die beiden Nieren mit dem Fett, das sie bedeckt, sowie der Fettlappen an der Leber.
5 Die Priester sollen es zum Altar bringen und auf das Brandopfer ins Feuer legen. Dies ist ein wohlriechendes Opfer, das mir, dem Herrn, gefällt.

Ein Friedensopfer wird auf das Brandopfer gelegt. Es hängt also sehr stark mit diesem zusammen. In Kapitel 7 heißt es, dass alle Beteiligten etwas von diesem Opfer bekamen. Das Fett und die Eingeweide gingen an Gott. Und das Bruststück und die rechte hintere Keule bekamen die Priester. Und jeder der rein war, durfte von dem restlichen Fleisch essen.

Beim Brandopfer war es eine persönliche Sache zwischen Dir und Gott und beim Friedensopfer ging es darum in Gemeinschaft Gott zu feiern. Die Voraussetzung sich gemeinsam mit anderen Menschen über Jesus zu freuen und seine Gemeinschaft zu feiern, ist die eigene Beziehung zu Gott.

Dinge zu genießen macht zusammen wesentlich mehr Spaß. Alleine zu essen sättigt auch, aber so richtige Feierlaune kommt erst auf, wenn mehr Menschen dabei sind, die das genauso wertschätzen.

3. Mose 2

1 »Wenn jemand mir, dem Herrn, ein Speiseopfer darbringen will, dann soll er feines Weizenmehl nehmen, Olivenöl darübergießen und auch etwas Weihrauch bereithalten.
2 Er bringt es den Priestern, den Nachkommen Aarons. Einer von ihnen nimmt eine Handvoll Mehl und Öl sowie den ganzen Weihrauch. Dieser Teil gehört mir, und der Priester verbrennt ihn zu meinem Gedenken auf dem Altar. Solch ein wohlriechendes Opfer gefällt mir, dem Herrn, gut.
3 Das restliche Mehl und Öl steht Aaron und seinen Nachkommen zu, die den Priesterdienst versehen. Auch ihr Anteil ist besonders heilig, denn er gehört zum Opfer, das mir dargebracht wurde.
4 Will jemand ein Speiseopfer darbringen, das im Ofen gebacken wird, dann soll es aus feinem Weizenmehl zubereitet sein: mit Olivenöl gebackene Kuchen oder mit Olivenöl bestrichenes Fladenbrot. Dabei dürft ihr keinen Sauerteig verwenden.

3. Mose 2, Verse 1-4

Das Speiseopfer bestand aus feinem Weizenmehl, Olivenöl und Weihrauch. Wie das Brandopfer deutet auch das Speiseopfer auf Jesus Christus. Er wurde auch zermahlen und zermürbt. Und trotzdem blieb er ohne Sauerteig. Vollkommen in dem was Er tat und auch was er war, ist und immer bleibt. Die Vorstellung, dass ein Mensch auf der Erde leben kann ohne irgendeinen Fehler, ist völlig absurd. Im Denken, im Handeln vollkommen zu sein ist doch unmenschlich. Es braucht Gott, der in seinem ganzen Sein vollkommen ist. Nur Gott selber kann seinem Anspruch genügen und in Jesus ist Er das perfekte Opfer geworden.

Interessant finde ich, dass auch das Mehl und Öl, das die Priester bekamen und das nicht auf dem Altar geopfert wurde, trotzdem heilig ist, weil es zum Opfer dazugehört. Auch die Dinge, die wir nicht so offensichtlich für Gott geben oder tun, können und sollten zum Opfer dazu gehören. Im Endeffekt ist unser Leben seit der Bekehrung ein einziges Speiseopfer. Der Sauerteig (die Sünde) in uns vermiest es zwar immer wieder und hier kommt wieder Jesus Christus, das perfekte Opfer zum Tragen. Er ist nicht nur für uns gestorben. Er hat auch für uns gelebt. Gott sieht uns so an, als wären wir ebenfalls wie Jesus ohne Sünde. Er sieht uns durch ihn an.

Den Sauerteig, die Sünde haben wir in uns. Aber Gott sieht uns so an, als wäre es nicht so. Wir versuchen nicht, den Sauerteig zu unterdrücken und nicht zur Geltung kommen zu lassen, um Gottes Anspruch zu genügen. Sondern Jesus genügt bereits vollkommen Gottes Ansprüchen und das rechnet Gott uns an. Die Sünde zu vermeiden ist nicht das Ziel, sondern das perfekte Opfer wertzuschätzen. Zu verstehen, dass ich durch Jesus bereits als vollkommen angesehen werde. Die Wertschätzung für Jesu Opfer ist die Basis, um ihm nachzueifern und es so gut wie möglich nachzumachen. Wir strengen uns nicht mehr an, um etwas zu schaffen. Weil alles, was zu schaffen war, Jesus bereits erledigt hat. Wir strengen uns an, weil wir ihn lieben und ihm gefallen wollen.

Wie das Öl unbedingt zum Speiseopfer gehört, brauchen wir den Heiligen Geist, der in uns wirkt und auch immer wieder daran erinnert, warum wir tun, was wir tun und welchen Sinn unser Leben hat.

3. Mose 1

1 Der Herr rief Mose zum heiligen Zelt und sprach dort mit ihm.
2 Er befahl ihm, den Israeliten diese Botschaft auszurichten: »Wenn jemand von euch mir, dem Herrn, ein Opfer darbringen will, dann soll er dafür ein Rind, ein Schaf oder eine Ziege aussuchen.
3 Wählt er ein Rind für ein Brandopfer, muss er ein männliches, fehlerloses Tier nehmen, damit mir seine Gabe gefällt. Er soll es zum Eingang des heiligen Zeltes bringen
4 und dort seine Hand auf den Kopf des Tieres legen. Dann werde ich seine Gabe annehmen und ihm seine Schuld vergeben.
5 Vor meinem Heiligtum muss er das Rind schlachten. Die Priester, die Nachkommen Aarons, sollen das Blut auffangen und ringsum an den Altar sprengen, der am Eingang zum heiligen Zelt steht.
6 Der Israelit, der das Tier gebracht hat, zieht ihm dann das Fell ab und zerlegt es.
7 Die Priester zünden auf dem Altar ein Feuer an und schichten Holz darüber.
8 Dann legen sie die Fleischstücke, den Kopf und das Fett des Tieres auf den brennenden Holzstoß.
9 Die Eingeweide und die Unterschenkel muss der Opfernde vorher mit Wasser abwaschen, und der Priester verbrennt das ganze Tier auf dem Altar. Mit solch einem wohlriechenden Opfer erfreut ihr mich, den Herrn.

3. Mose 1, Verse 1-9

Zwischen 4 verschiedenen Arten von Opfern wurde unterschieden. Sündopfer, Speisofer, Friedensopfer und hier im 1. Kapitel beschrieben das Brandopfer. Interessant ist, dass Gott hier mit dem Brandopfer beginnt, obwohl das Sündopfer für uns Menschen am Wichtigsten ist. Eigentlich baut doch alles auf das Sündopfer auf. Ohne Sühne ist Gemeinschaft mit Gott überhaupt nicht möglich. Das ist und bleibt die Grundlage. Daher ist das Sündopfer auch keine Option, sondern absolute Voraussetzung.

Aber das Brandopfer war freiwillig. Hier wird der Mensch aktiv. Das Brandopfer war der Ausdruck seiner Sehnsucht nach Gott. Mit einem solch wohlriechenden Opfer erfreut ihr mich, den Herrn. Alle Opfer weisen auf Jesus Christus hin. Und je mehr Du verstehst, was Gott mit dem perfekten Opfer beabsichtigt hat, desto größer wird der Platz für Brandopfer in deinem Leben. Wenn Du Gemeinschaft mit Gott haben willst, dann bedeutet es sich Zeit zu nehmen für ihn. Außerdem opferst Du Zeit und Energie.

Du machst Dich eins mit der Gabe, wie die Israeliten damals mit dem Handauflegen auf den Kopf des Rindes. Auch musste das Tier fehlerlos sein. Du bringst zwar freiwillig ein Opfer, aber immer nach Gottes Regeln. Der König bestimmt, was ihm gefällt und als Untertane kommst Du nur mit Gaben, die seiner würdig sind. Je mehr wir verstehen, dass wir nicht nur Untertanen sind, sondern auch seine Kinder, haben wir eine ganz andere Qualität der Beziehung.

In Vers 4 heißt es: Dann werde ich seine Gabe annehmen und ihm seine Schuld vergeben. Gott sehnt sich danach, dass der Mensch sich nach ihm sehnt. Gott feiert es, wenn sein perfekter Plan für Dich aufgeht und Du seine Liebe erwiderst, indem Du seine Nähe suchst. Das nimmt er gerne an und vergibt Dir deine Schuld. Als ob Sündenvergebung so nebenbei geschieht. Hier geht es nicht ums Sündopfer, aber im Prinzip ist es so, dass wir ständig etwas tun, was Vergebung benötigt.

Du suchst seine Nähe, Gott freut sich darüber und vergibt Dir. Wenn Du zu Gott kommst mit einem Brandopfer, dann weil Du seine Nähe suchst. Es geht Dir nicht in erster Linie um Sündenvergebung, sondern um das, was dadurch möglich geworden ist. Aus meiner Sicht hatten die Menschen, die damals die meisten Brandopfer brachten, das beste Verständnis von Gott. Das Wichtigste für Gott ist nicht, wie wird das Sündenproblem gelöst. Darum hat er sich vollständig gekümmert. Das Wichtigste ist, wie gut sein Plan aufgeht und ob Du und ich seine Lösung jubelnd annehmen. Wie sehr können wir die Sünde Gott überlassen? Wie stark feiern wir seine Nähe? Wie sehr bestimmt Gottes Gnade mein und Dein Leben? Wo liegt Dein Fokus: Beschwerst Du dich über das Problem, oder feierst Du die absolut geniale Lösung?

Der Sinn des Lebens ist nicht Sündenbewältigung. Der Sinn des Lebens ist und bleibt das Leben selbst. Und das führt uns zu Gott, der das Leben ist. Also feiern wir Gott und die Gemeinschaft mit ihm. Dafür, dass er gut ist und wir immer mehr Details dazu lernen, was seine perfekte Lösung für uns bedeutet.