Archiv der Kategorie: Was ist Wahrheit

1. Mose 41

1 Zwei Jahre waren inzwischen vergangen. Eines Nachts hatte der Pharao einen Traum: Er stand am Nilufer,
2 als sieben schöne, wohlgenährte Kühe aus dem Wasser stiegen und im Ufergras weideten.
3 Danach kamen sieben magere und unansehnliche Kühe aus dem Fluss und stellten sich neben die anderen.
4 Plötzlich stürzten sich die mageren auf die dicken Kühe und verschlangen sie. Der Pharao wachte auf,
5 schlief aber sofort wieder ein und hatte einen zweiten Traum: Sieben volle, reife Ähren wuchsen an einem Halm.
6 Danach wuchsen sieben kümmerliche Ähren, die vom heißen Wüstenwind verdorrt waren.
7 Die dürren fielen über die vollen her und fraßen sie auf. Der Pharao erwachte und merkte, dass es nur ein Traum gewesen war.
8 Aber auch am nächsten Morgen ließen die Träume ihn nicht los. Beunruhigt rief er alle Wahrsager und Gelehrten Ägyptens zu sich. Er erzählte ihnen, was er geträumt hatte, aber keiner konnte es deuten.
9 Da meldete sich der Mundschenk beim König: »Heute muss ich mich an ein Unrecht erinnern, das ich begangen habe.
10 Vor einiger Zeit warst du, Pharao, zornig auf den obersten Bäcker und mich. Darum hast du uns ins Gefängnis geworfen.
11 Dort hatte jeder von uns einen seltsamen Traum.
12 Wir erzählten ihn einem jungen Hebräer, der mit uns im Gefängnis saß, einem Sklaven von Potifar, dem Oberbefehlshaber der königlichen Leibwache. Er konnte unsere Träume für jeden richtig deuten.
13 Was er vorausgesagt hatte, traf ein: Ich wurde wieder in mein Amt eingesetzt, und der oberste Bäcker wurde erhängt.«
14 Sofort ließ der Pharao Josef aus dem Gefängnis holen. Josef rasierte sich, zog neue Kleider an und trat vor den Pharao.
15 »Ich habe etwas geträumt«, begann der König, »und keiner kann mir sagen, was es bedeutet. Aber ich habe erfahren, dass du Träume auslegen kannst, sofort nachdem du sie gehört hast.«
16 »Ich selbst kann das nicht«, erwiderte Josef, »aber Gott wird dir sicher eine gute Antwort geben!«

1. Mose 41, Verse 1-16

2 Jahre musste Josef noch warten. 2 weitere Jahre im Gefängnis. 2 weitere Jahre in diesem Loch. Gott lässt den Pharao träumen und der Mundschenk erinnert sich wieder an Josef. Ab da geht es sehr schnell. Der Pharao hört sich die Deutung der Träume an und erhebt Josef zum zweitmächtigsten Mann.

Josef tritt nicht als ägyptischer Priester oder Wahrsager auf, sondern als Werkzeug eines neuen Gottes. Und der Pharao erkennt hier: „Ok, dieser Gott ist krass.“

44 »Ich bin der König«, sagte er zu ihm, »und ich bestimme, dass ohne deine Einwilligung niemand auch nur einen Finger rühren darf!«
45 Er gab Josef den ägyptischen Namen Zafenat-Paneach (»Gott lebt, und er redet«) und verheiratete ihn mit Asenat. Sie war eine Tochter Potiferas, des Priesters von On.
46 Josef war 30 Jahre alt, als der Pharao ihn zu seinem Stellvertreter machte. Er verließ den Königshof und reiste durch ganz Ägypten.

1. Mose 41, Verse 44-46

Die ganzen Verwaltungsaufgaben, die er bei Potifar und dann im Gefängnis übernahm, ergeben jetzt viel mehr Sinn. Josef lernte die Dinge, die es zu lernen gab und von jetzt auf gleich kann er diese erlernten Fähigkeiten einsetzen zur Rettung der ganzen Welt. Zumindest wird sein neuer Name so gedeutet, neben der Bedeutung „Gott lebt und er redet“. Und es passt: Menschen aus aller Welt kamen und kauften Getreide von Josef und entgingen somit dem Hungertod.

Nicht umsonst wird Josef auch als Schattenbild auf Jesus Christus gedeutet. Es gibt sehr viele Parallelen. Auch Jesus fing mit 30 Jahren an öffentlich aufzutreten. Gott hat massig Zeit und er lässt Dich in Situationen kommen, damit Du bestimmte Dinge lernst. Bei Jesus waren es 30 Jahre Vorbereitung. Bei Josef waren es 30 Jahre Vorbereitung.

Gott will sich durch Dich verherrlichen. Und er bereitet Dich so gut es geht auf diesen Job vor. Nimmst Du die Challenge an?

1. Mose 40

1 Einige Zeit später hatten zwei Beamte des ägyptischen Königs ihren Herrn verärgert: der oberste Mundschenk und der oberste Bäcker.
2 Der Pharao war zornig auf sie.
3 Er warf sie in das Gefängnis, das dem Oberbefehlshaber der königlichen Leibwache unterstellt war und in dem auch Josef festgehalten wurde.
4-5 Der Oberbefehlshaber beauftragte Josef damit, die neuen Gefangenen zu versorgen. Nach einiger Zeit hatten beide in derselben Nacht einen besonderen Traum.
6 Als Josef am nächsten Morgen zu ihnen kam, fielen ihm ihre niedergeschlagenen Gesichter auf.
7 »Was ist los mit euch? Warum seid ihr so bedrückt?«, fragte er.
8 »Wir haben beide einen seltsamen Traum gehabt, aber hier gibt es niemanden, der uns die Träume deuten kann!«, klagten sie. »Es ist Gottes Sache, Träume zu deuten«, entgegnete Josef. »Erzählt mir doch einmal, was ihr geträumt habt!«

1. Mose 40, Verse 1-8

Potifar bekommt zwei neue Gefangenen. Ich denke er hat sie wohl gut gekannt. Er selber war ja der Oberste der königlichen Leibwache. Die beiden Neuen sind der oberste Mundschenk und der oberste Bäcker. Vielleicht war er sogar mit ihnen befreundet. Auf jeden Fall gibt er sie in die Obhut von Josef. Dem Mann, der angeblich seine Frau belästigt hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass Potifar seiner Frau nicht traute, weil das angelastete Vergehen überhaupt nicht zu Josef passte. Wie dem auch sei, wenn Josef eine Aufgabe bekam, wusste Potifar, das läuft.

Egal wo Josef war, da lief alles irgendwie runder. Er kümmerte sich um die ihm anvertrauten Probleme. Er nimmt sich die Zeit für die Beiden, als er eines Morgens in ihre niedergeschlagenen Gesichter schaut. Er hört sich die Storys von den beiden an. Aber er hat volle Klarheit. „Gott deutet Träume, nicht ich. Aber erzählt mal…“ Ob er da wohl an seine eigenen Träume erinnert wurde? Kannte er bereits die Bedeutung seiner eigenen Träume? Kommt er deshalb so entspannt rüber, was seine eigene Situation angeht?

20 Drei Tage später hatte der Pharao Geburtstag. Er gab ein großes Fest für seine Hofbeamten und ließ den obersten Mundschenk und den obersten Bäcker aus dem Gefängnis holen.
21 Vor allen Gästen setzte er den Mundschenk wieder in sein Amt ein,
22 aber den Bäcker ließ er aufhängen – genau wie Josef ihre Träume gedeutet hatte.
23 Doch der Mundschenk dachte nicht mehr an Josef, er vergaß ihn einfach.

1. Mose 40, Verse 20-23

Mit Gottes Hilfe deutet er die Träume und es erfüllt sich ganz genau so. Er hilft den Menschen in seiner Umgebung und nutzt die Möglichkeit auch für sich selber. Der Mundschenk sollte doch ein gutes Wort für ihn einlegen. Aber nach der Geburtstagsparty des Pharaos vergisst er ihn einfach. Menschen vergessen. Ich vergesse. Du vergisst. Das ist Fakt. Tut es manchmal weh. Bestimmt. Ich glaube nicht, dass Josef sich sehr gefreut hat, dass der Mundschenk einfach nicht mehr an ihn denkt.

2 Punkte, die wir mitnehmen können:

  1. Bin ich ein Problemlöser oder eher der Verstärker? Geht die Sonne auf, wenn ich einen Raum betrete oder eher wenn ich den Raum wieder verlasse?

  2. Vertraue ich in meinem Leben voll und ganz auf Menschen oder ist mir bewusst, dass nur auf Gott zu 100% Verlass ist.

1. Mose 39

Josef wird von seinen Brüdern verkauft und landet auf dem Sklavenmarkt in Ägypten. Der Oberbefehlshaber der königlichen Leibwache kaufte ihn und von da an geht Josefs Karriere erstmal steil nach oben. Er ist zwar immer noch Sklave, aber Potifar vertraut ihm immer mehr.

5 Von da an segnete der Herr Potifar und ließ es ihm Josef zuliebe gut gehen. Die Arbeiten im Haus waren erfolgreich, es gab eine gute Ernte, und die Viehherden vergrößerten sich.
6 Potifars Vertrauen wuchs: Er ließ Josef freie Hand und kümmerte sich selbst um nichts mehr, außer um seine eigenen Speisen. Josef sah sehr gut aus.
7 Darum hatte auch Potifars Frau mittlerweile ein Auge auf ihn geworfen. »Schlaf mit mir!«, forderte sie ihn auf.
8 Aber Josef weigerte sich: »Du weißt doch: Mein Herr braucht sich im Haus um nichts zu kümmern – alles hat er mir anvertraut.
9 Ich habe genauso viel Macht wie er. Nur dich hat er mir vorenthalten, weil du seine Frau bist. Wie könnte ich da ein so großes Unrecht tun und gegen Gott sündigen?«
10 Potifars Frau ließ nicht locker. Jeden Tag redete sie auf Josef ein, er aber hörte nicht darauf und ließ sich nicht von ihr verführen.
11 Einmal kam Josef ins Haus, um wie gewöhnlich seine Arbeit zu tun. Von den Sklaven war gerade niemand anwesend.
12 Da packte sie ihn am Gewand. »Komm mit mir ins Bett!«, drängte sie. Josef riss sich los, ließ sein Gewand in ihrer Hand und floh nach draußen.
13-14 Potifars Frau schrie auf, rief nach ihren Dienern und zeigte ihnen Josefs Gewand. »Seht«, rief sie, »mein Mann hat uns einen Hebräer ins Haus gebracht, der jetzt mit uns umspringt, wie er will! Er wollte mich vergewaltigen, aber ich habe laut geschrien.
15 Da lief er schnell davon, doch dieses Gewand hat er bei mir zurückgelassen!«
16 Sie behielt Josefs Gewand und wartete, bis ihr Mann nach Hause kam.
17 Ihm erzählte sie dieselbe Geschichte und hielt ihm vor: »Dieser hebräische Sklave, den du ins Haus geholt hast, kam zu mir und wollte seinen Spaß mit mir haben.
18 Als ich laut zu schreien anfing, ließ er von mir ab und rannte hinaus. Doch sein Gewand blieb bei mir liegen – schau her!«

1. Mose 39, Verse 5-18

Was für eine hinterlistige und verlogene Frau. Gott segnet Josef und Josef geht es wirklich gut. Bemerkenswert finde ich mit welcher Selbstverständlichkeit er die Angebote von Potifars Frau ablehnt. Wir lesen nicht, dass er eine Pro und Contra Liste macht. Ich stell mir so vor, wie er seine Hand hebt und sich denkt: „Talk to my hand“ Keine Chance, dass ich Dir zuhöre. Weder missbrauche ich das Vertrauen von Deinem Mann. Und schon gar nicht lehne ich mich gegen meinen Gott auf.

19 Als Potifar das hörte, geriet er in Zorn
20 und ließ Josef ins Staatsgefängnis werfen.
21 Aber der Herr hielt weiterhin zu Josef. Er stand ihm bei und sorgte dafür, dass der Gefängnisverwalter ihm wohlgesinnt war.
22 Josef wurde bald darauf von ihm zum Aufseher über die Gefangenen ernannt; er war nun verantwortlich für alles, was im Gefängnis geschah.
23 Der Verwalter brauchte sich um nichts mehr zu kümmern. Er vertraute Josef völlig, weil er sah, dass der Herr ihm half und ihm Erfolg schenkte.

1. Mose 39, Verse 19-23

War er bei seinen Brüdern noch ziemlich unweise und erzählte von seinen Träumen. Hier ist er komplett unschuldig und wird trotzdem ins Gefängnis geworfen. Keine Ahnung, wie es mir gehen würde. Von den Brüdern verkauft, in einem fremden Land, als Sklave, im Gefängnis.

Wow, mir geht es doch ziemlich gut, wenn ich mir diese Situation vorstelle. Bei diesen Versen drängt sich mir das Bild von einem absolut coolen Typen auf. Okay, dann gehe ich ins Gefängnis. Schauen wir mal, wie Gott mich da rausholt. Ich denke, Josef war mental und geistig extrem fit. Mit Sicherheit hätte er sich auch entscheiden können, Gott anzuklagen und die Schuld zuzuweisen, wieso er ihn nicht vor dem Gefängnis bewahrt hatte. Die Perspektive auf Dein Leben ist entscheidend. Welche Geschichte erzählst Du Dir über Dein Leben, wenn keiner zuhört? Und wie oft kommt Gott darin als der Allmächtige Dich liebende Vater vor?

Nicht Du gibst Deinem Leben eine Bedeutung. Sondern Gott gibt sie. Du entscheidest nur, ob Du diese annimmst.

1. Mose 38

12 Einige Jahre später starb Judas Frau, die Tochter Schuas. Als die Trauerzeit vorüber war, ging Juda mit seinem Freund Hira nach Timna, wo gerade seine Schafe geschoren wurden.
13 Tamar erfuhr, dass ihr Schwiegervater auf dem Weg nach Timna war, um bei den Arbeiten zu helfen.
14 Daraufhin fasste sie einen Plan. Sie hatte nämlich inzwischen gemerkt, dass Schela, der längst erwachsen war, sie nicht heiraten sollte. Also zog sie ihre Witwenkleider aus, verhüllte sich mit einem Schleier und setzte sich an den Ortseingang von Enajim, das auf dem Weg nach Timna liegt.
15 Als Juda vorbeikam, hielt er sie für eine Prostituierte, weil ihr Gesicht verhüllt war.
16 Er ging zu ihr an den Wegrand. »Lass mich mit dir schlafen!«, forderte er sie auf – ohne zu wissen, wen er vor sich hatte. »Was bekomme ich dafür?«, wollte Tamar wissen.
17 »Ich werde dir einen Ziegenbock aus meiner Herde bringen«, versprach Juda. »Nur wenn du mir ein Pfand dalässt, bis du ihn bringst!«, bekam er zur Antwort.
18 »Gut, was soll ich dir geben?«, fragte er. »Deinen Siegelring mit der Schnur und deinen Stab!« Er gab ihr, was sie verlangte. Dann schlief er mit ihr, und sie wurde von ihm schwanger.
19 Danach ging Tamar nach Hause, legte ihren Schleier ab und zog die Witwenkleider wieder an.
20 Juda schickte seinen Freund Hira, um der Frau den Ziegenbock zu bringen und das Pfand zurückzuholen. Aber Hira konnte sie nicht finden.
21 Er fragte die Leute in Enajim: »Wo ist denn die Prostituierte, die neulich an der Straße saß?« »So eine Frau ist hier nicht gewesen!«, antworteten sie.
22 Da ging er zu Juda zurück und erzählte ihm alles.
23 »Dann soll sie das Pfand eben behalten!«, sagte Juda. »Wir setzen uns nur dem Gespött der Leute aus, wenn wir noch weiter nachforschen. Schließlich habe ich mein Bestes versucht!«
24 Etwa drei Monate später wurde Juda berichtet: »Deine Schwiegertochter Tamar ist schwanger! Diese Hure hat sich mit einem Mann eingelassen!« »Bringt sie sofort aus dem Dorf heraus!«, schrie Juda. »Sie soll verbrannt werden!«
25 Als man sie hinausschleppte, ließ sie Juda ausrichten: »Der Mann, dem dieser Siegelring, diese Schnur und dieser Stab gehören, ist der Vater meines Kindes. Erkennst du sie wieder?«
26 Juda erkannte seine Sachen sofort. »Tamar ist mir gegenüber im Recht«, gab er zu, »ich hätte sie meinem Sohn Schela zur Frau geben müssen!« Danach schlief Juda nie mehr mit ihr.

1. Mose 38, Verse 12-26

Die Bibel erzählt die Menschheitsgeschichte, ganz besonders die Geschichte von seinem Volk Israel. Abraham, Isaak und Jakob waren Glaubenshelden, aber sie hatten alle nicht nur Höhen sondern auch Tiefen. Aus dem Stamm Juda kam unser Erlöser Jesus Christus und trotzdem erzählt die Bibel einfach die Geschichte, wie sie war. Da wird nichts glorifiziert. Wir neigen dazu etwas besonders hervorzuheben und bestimmte Dinge unter den Teppich zu kehren. Die Realität ist: Es gibt niemanden, der nicht sündigt.

Juda heiratet und bekommt 3 Söhne. Er, Onan und Schela. Er heiratet Tamar. Und Er stirbt, weil sein Leben Gott nicht gefiel. Onan soll jetzt Tamar heiraten um Nachkommen für seinen Bruder zu zeugen. Der will das aber nicht und auch diesen tötet Gott. Juda möchte nicht auch noch Schela verlieren und lässt ihn nicht mit Tamar verheiraten. Sowas kannst Du dir doch nicht ausdenken. Was Tamar dann macht, ist nicht wirklich integer, aber zeigt wie triebgesteuert Juda war. Und was für ein Unterschied gemacht wurde bei außerehelichem Sex. Wenn Du der Mann warst, dann ist das eben so passiert. Der Mann wurd ja auch nicht schwanger. Aber als Frau warst Du dann die Hure, die auf den Scheiterhaufen gehört. Von Fairness konnten die Frauen nur träumen. Heute versuchen manche Emanzen das umzudrehen, damit Männer auch mal ungerecht behandelt werden. Aber wirklich gerecht und fair zu sein, das klappt nicht.

Keine Ahnung was Er, der Sohn von Juda gemacht hat, aber das waren keine Lappalien. Gott missfiel das so sehr, dass er ihn sterben lässt. Onan gönnt seinem gestorbenen Bruder keine Nachkommen. Er will es für sich beanspruchen. Und alles begann damit, dass Juda sich mit Hira befreundete. Es hat einen großen Einfluss, mit wem wir unsere Zeit verbringen. Bist Du mental so fit und mit Gott in enger Beziehung, dass Du deinen Mitmenschen ein gutes Vorbild bist. Sodass dein Umfeld mehr über Gott erfährt und dazulernt oder lernst Du mehr von Deinem Umfeld? Beides ist gut. Von seinem Umfeld zu lernen und auch andere durch sein Leben zu belehren. Je nachdem, wie stark Deine Beziehung zu Gott ist, musst Du aber andere Schwerpunkte treffen, mit wem Du Dich befreundest. Wenn Du leicht manipulierbar bist, dann umgib Dich mit Christen, die voll auf Gott fixiert sind. Wenn Du gefestigter bist, dann darf Dein Umfeld und dann dürfen auch Nichtchristen von Dir lernen.

Das Kapitel beschreibt hier eine Sünde nach der anderen. Und alles beginnt damit, wegzugehen. Du entscheidest, welchen Einflüssen Du Dich hingibst. Aber die Auswirkungen sind so stark, dass Kinder und Enkel noch davon betroffen sind. Es ist immer eine Symbiose. Sich selbst zu lieben funktioniert nicht ohne Gott zu lieben und seinen Mitmenschen zu lieben. Wenn Du Gott liebst, liebst Du auch Dich selber und Deinen Nächsten.

1. Mose 37

1 Jakob wurde im Land Kanaan sesshaft, in dem auch schon sein Vater Isaak als Fremder gelebt hatte.
2 Und so geht seine Geschichte weiter:
Jakobs Sohn Josef war inzwischen 17 Jahre alt. Seine Aufgabe war es, die Schaf- und Ziegenherden seines Vaters zu hüten, zusammen mit seinen Halbbrüdern, den Söhnen von Bilha und Silpa. Zu Hause verriet er seinem Vater, was die Brüder Schlechtes taten.
3 Jakob liebte Josef mehr als die anderen Söhne, weil er ihn noch im hohen Alter bekommen hatte. Darum ließ er für ihn ein besonders vornehmes und prächtiges Gewand anfertigen.
4 Natürlich merkten Josefs Brüder, dass ihr Vater ihn bevorzugte. Sie hassten ihn deshalb und konnten kein freundliches Wort mehr mit ihm reden.
5 Eines Nachts hatte Josef einen Traum. Als er seinen Brüdern am nächsten Morgen davon erzählte, wurden sie noch wütender auf ihn.
6 »Hört mal, was ich geträumt habe!«, rief Josef.
7 »Also, wir waren auf dem Feld und banden das Getreide in Garben zusammen. Da richtete meine sich plötzlich auf und blieb aufrecht stehen. Eure dagegen bildeten einen Kreis darum und verbeugten sich tief vor meiner Garbe.«
8 »Was, du willst also König werden und dich als Herrscher über uns aufspielen?«, schrien seine Brüder. Sie hassten ihn nun noch mehr, weil er das geträumt und so selbstherrlich davon berichtet hatte.

1. Mose 37, Verse 1-8

In diesem kurzen Abschnitt sind so viele Themen drin. Die Bibel beschreibt hier sehr interessante Dynamiken. Jakob liebte Josef mehr als die anderen Söhne und zeigt das mit einem sehr besonderen Geschenk. Alle laufen in normaler Alltagskleidung rum, nur einer bekommt nen richtig schicken Anzug. Edler Zwirn, feine Naht, wie aus dem Ei gepellt. Josef bemerkt das auch und hält sich vermutlich auch für was Besonderes. Irgendwann trommelt er seine Brüder zusammen und schwingt eine Rede: I had a dream !!!

Mir scheint es so, dass Josef seine besondere Stellung beim Vater genoss und nicht zimperlich war, wenn er es seinen Brüdern unter die Nase reiben konnte. Bei einer guten Gelegenheit wollen sie sich rächen. Erst überlegen sie ihn zu töten, dann verkaufen sie ihn in die Sklaverei.

31 Sie schlachteten einen Ziegenbock, wälzten Josefs Gewand in dem Blut
32 und gingen damit zu ihrem Vater. »Das haben wir unterwegs gefunden«, sagten sie, »kannst du es erkennen? Ist es Josefs Gewand oder nicht?«
33 Jakob erkannte es sofort. »Das Gewand meines Sohnes!«, rief er. »Ein wildes Tier hat ihn gefressen! Josef ist tot!«
34 Er zerriss seine Kleider, wickelte als Zeichen der Trauer ein grobes Tuch um seine Hüften und weinte viele Tage um Josef.
35 Alle seine Söhne und Töchter kamen, um ihn zu trösten, aber keinem gelang es. »Bis zu meinem Tod werde ich um ihn trauern!«, weinte er.
36 Die Händler verkauften Josef in Ägypten an Potifar, einen Hofbeamten des Pharaos. Er war der Oberbefehlshaber der königlichen Leibwache.

1. Mose 37, Verse 31-36

Jakob tut sich keinen Gefallen, als er Josef so bevorzugt behandelt. Und auch Josef muss darunter leiden. Keiner von seinen Brüdern hatte wirklich Bock mit der Petze abzuhängen. Mal ganz ehrlich, wer freut sich über seine Geschwister, wenn die wegen allem zu den Eltern laufen und petzen? Die Geschichte ist ein krasses Beispiel wo die Reise hingeht, wenn Geschwister sich ungerecht behandelt fühlen. Vor allem wenn sie noch jung sind und bei den Eltern wohnen. Ich denke nicht, dass die sehr reflektiert waren. Vielleicht kannten sie die Geschichte nicht mal, dass Jakob eigentlich nur Rahel heiraten wollte. Und selbst, wenn sie verstehen konnten, warum Josef der Lieblingssohn war, Jakob handelt nicht sehr weise. Das was es mit dem Selbstwertgefühl der Kinder macht, wenn sie sich benachteiligt fühlen, ist nicht gesund für ihre weitere Entwicklung. Selbst dem bevorzugten Kind tut man keinen Gefallen damit.

Ja, aber das musste doch so passieren, damit Josef nach Ägypten kommt und dann seiner Familie durch die Hungersnot hilft. Im ersten Augenblick klingt das plausibel. Dann bedeutet das aber auch, dass wir einfach einige Dinge nicht lernen dürfen, damit Gott unsere Fehler wieder gerade biegen kann. Selbst wenn wir auf diesen verdrehten Trichter kommen, es bleiben noch massig Fehler übrig, um die Gott sich kümmern kann, ganz egal wie viel wir lernen. Ich find’s einfach genial, wie Gott mit uns umgeht. Die oberste Priorität ist mit Gott zu leben, dann ergeben sich immer zwei Optionen für unser Leben:

  1. Wir dürfen dazulernen und Dinge in unserem Leben verbessern.

  2. Selbst wenn wir manche Dinge falsch machen, macht Gott etwas Gutes daraus.

1. Mose 36

6 Später verließ Esau das Land. Seine Frauen, Kinder und alle, die zu ihm gehörten, nahm er mit; dazu seine Viehherden und den Besitz, den er in Kanaan erworben hatte. Er zog in das Land Seïr, fort von seinem Bruder Jakob.
7 Sie besaßen beide so große Viehherden, dass es im Land Kanaan nicht genug Weidefläche für sie gab.
8 Deshalb ließ sich Esau, der Stammvater der Edomiter, im Bergland Seïr nieder.

1. Mose 36, Verse 6-8

31 Noch bevor die Israeliten einen König hatten, regierten im Land Edom nacheinander folgende Könige:
32 König Bela, der Sohn von Beor, in der Stadt Dinhaba;
33 König Jobab, der Sohn von Serach, aus Bozra;
34 König Huscham aus dem Gebiet der Temaniter;
35 König Hadad, der Sohn von Bedad, in der Stadt Awit; sein Heer schlug die Midianiter im Gebiet von Moab;
36 König Samla aus Masreka;
37 König Schaul aus Rehobot am Fluss;
38 König Baal-Hanan, der Sohn von Achbor;
39 König Hadad in der Stadt Pagu; seine Frau hieß Mehetabel, sie war eine Tochter von Matred und Enkelin von Me-Sahab.

1. Mose 36, Verse 31-39

Bei Esau läuft’s würd ich sagen. Frauen, Kinder, Haufen von Bitcoins (damals waren es Viehherden). Der hatte eigentlich alles, was man sich so wünschen kann. Und wie krass die sich weiter entwickelt haben. Die hohe Kultur des Landes führte schon früh zur Staatenbildung mit Königen. Ob die wohl demokratisch gewählt wurden? Auf jeden Fall wurde die Königswürde nicht automatisch auf die Söhne übertragen. Edom hatte bereits 8 Könige gehabt, bevor es auch nur einen König bei Israel gab.

Bemerkenswert, wie das Volk von Esau sich entwickelte und was mit dem Volk von Jakob passierte. Während das eine Volk sich zur Hochkultur entwickelt, rackert sich das andere als Sklavenvolk ab, wandert 40 Jahre durch die Wüste und schlägt sich mehr schlecht als recht durch die Weltgeschichte. Von außen betrachtet sind die Edomiter wesentlich erfolgreicher als die Israeliten.

Von außen betrachtet sind auch viele „Menschen von Welt“ mega erfolgreich. Die haben oft viel mehr vorzuweisen als die meisten Christen. Zumindest auf den ersten Blick.

Die Idumäer verschwinden von der Bildfläche so um 70 n. Chr. Israel ist immer noch da und bekommt immer mehr Bedeutung. Am Ende dieser Weltgeschichte wird Jesus Christus persönlich wiederkommen und alle Feinde Israels vernichten.

Wenn der Maßstab diese Welt ist und der Horizont nicht das Sichtbare übersteigt, dann kommen Menschen zu sehr interessanten Schlussfolgerungen. Aus Sicht eines Christen extrem merkwürdig. Wenn das Ziel ist gut auszusehen, dann hat Edom einen guten Job gemacht zumindest bis zum Untergang. Und auch viele Menschen sehen ziemlich gut aus, bei dem was sie machen. Looking good, but going nowhere. Die Frage des Lebens ist aber nicht: Wie erfolgreich kannst Du vor den Menschen aussehen, sondern wie stark kannst Du Gottes Gegenwart wahrnehmen und feiern? Die ultimative Währung ist nicht Euro, Dollar, Gold oder Bitcoin, sondern Glaube und Vertrauen.

Lässt Du Dich von Gott reich machen und Dich zum größten Schatz führen? Zum Schatz, den Du in Ewigkeit genießen darfst. Oder suchst Du auf eigene Faust nach billigen Glasperlen? Wir müssen uns nicht kirre machen lassen von Leuten, die heftig krasse Glasperlen gefunden haben. Nur weil alle anderen Leute auch Glasperlen-Sucher sind und Beifall klatschen. Was hat deren Welt mit Dir zu tun?

1. Mose 35

1 Gott sprach zu Jakob: »Mach dich auf und zieh wieder nach Bethel! Bleib dort und bau mir einen Altar. Denn an diesem Ort bin ich dir erschienen, als du auf der Flucht vor deinem Bruder Esau warst.«
2 Jakob befahl seiner Familie und denen, die zu ihm gehörten: »Werft alle Götterfiguren weg, die ihr noch bei euch habt! Wascht euch und zieht saubere Kleidung an, um rein vor Gott zu treten!
3 Wir gehen jetzt nach Bethel. Dort will ich für Gott einen Altar bauen, denn er ist es, der in der Not meine Gebete erhört hat. Während meiner ganzen Reise bis hierher ist er immer bei mir gewesen!« 4 Sie gaben Jakob alle Götterfiguren sowie die Amulette, die sie an den Ohren trugen, und er vergrub sie unter der Eiche bei Sichem.
5 Dann machte sich die ganze Familie auf den Weg. Gott versetzte die Einwohner der Städte ringsum in so große Angst, dass sie es nicht wagten, Jakob und seine Söhne zu verfolgen.
6 So erreichten sie Lus im Land Kanaan, das heute Bethel heißt.
7 Dort baute Jakob einen Altar und nannte die Opferstätte »Gott von Bethel«. Denn an dieser Stelle war Gott ihm einst erschienen, als er vor seinem Bruder Esau fliehen musste.
8 Noch während sie in dieser Gegend lagerten, starb Debora, die früher Rebekkas Kindermädchen gewesen war. Sie wurde unter der Eiche im Tal von Bethel begraben, die seitdem »Träneneiche« heißt.
9 Gott erschien Jakob erneut und segnete ihn. Es war das zweite Mal seit seiner Rückkehr aus Mesopotamien.
10 »Von jetzt an sollst du nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel. Das ist dein neuer Name!«, sagte er.
11 »Ich bin der allmächtige Gott. Ich werde dir so viele Nachkommen schenken, dass nicht nur ein Volk, sondern eine ganze Schar von Völkern daraus entsteht – sogar Könige sollen von dir abstammen!
12 Dir und deinen Nachkommen gebe ich das Land, das ich Abraham und Isaak versprochen habe.«

1. Mose 35, Verse 1-12

Normalerweise würde das nicht lange dauern, dann wären die umliegenden Völker ihnen auf den Fersen um Jakob mit seiner ganzen Familie auszulöschen. Ich habe keine Ahnung, was die umliegenden Einwohner erleben mussten, aber es muss grauenhaft gewesen sein. Gott, der Erschaffer des Universums jagte ihnen Angst ein. So eine Angst hatten sie vermutlich noch nie gehabt. Ich bin wirklich froh, dass Gott mein Vater ist, der seinen Kindern immer wieder Mut macht.

In Vers 10 lesen wir dann wieder, wie Gott Jakobs neue Identität bestätigt. Das gleiche sagte er ihm schon am Fluss Jabbok. Und auch das Versprechen, das er bereits Abraham, Isaak und selbst Jakob gegeben hatte, gibt er ihm erneut.

So oft wie Gott das verspricht, das fällt schon ziemlich auf. Aber es ist absolut verständlich, dass Gott das macht. Wenn Du nicht täglich daran erinnert wirst, wer Du bist, dann sagt Dir Deine Umgebung wer Du bist. Dann hörst Du je nachdem wie es läuft, entweder: Du bist einer von uns. Oder Du kleines Würstchen. Wir machen Dir den Garaus. (evtl. ein bisschen überspitzt)

Jakob erinnert sich an Gott und seine Verheißungen und dadurch weiß er auch wieder, wer er ist. Das gleiche dürfen wir jeden Tag tun. Wir haben den Vorteil, dass wir nicht darauf warten müssen, dass Gott hörbar zu uns spricht, sondern können einfach lesen.

Die unfassbare Power Gottes wird sich um Deine Umgebung kümmern auf die eine oder andere Weise. Mein Job ist es zu lernen, mir meine Identität von Gott zu holen. Und dann zu trainieren, immer wieder trainieren. So krass trainieren, dass ich nachts um 3 Uhr geweckt werden kann und auf die Frage: „Wer bist Du?“ wie aus der Pistole geschossen antworte: „Gottes Sohn/Gottes Tochter“ Ich will, dass mir das in Fleisch und Blut übergeht. Ohne nachzudenken will ich die Antwort parat haben. Und genau dafür brauch ich Training. Das Gute: Der beste Trainer trainiert mich.

1. Mose 34

13 Jakobs Söhne aber wollten sich an Sichem und seinem Vater rächen, weil er ihre Schwester vergewaltigt hatte. Sie antworteten scheinheilig:
14 »Darauf können wir uns nicht einlassen! In unserem Volk gilt es als eine Schande, wenn wir unsere Schwester einem Mann geben, der nicht beschnitten ist!
15 Nur unter einer Bedingung könnten wir sie dir geben: Ihr müsst alle männlichen Einwohner beschneiden.
16 Nur dann können wir uns bei euch ansiedeln und durch gegenseitige Heirat zu einem Volk werden.
17 Wenn ihr davon nichts wissen wollt, nehmen wir Dina und gehen!«
18 Hamor und Sichem waren mit dem Vorschlag einverstanden.
19 Sichem verlor keine Zeit: Er kümmerte sich um alles, denn er hing an Dina, und in seiner Familie hatte er das letzte Wort.
20 Zusammen mit seinem Vater Hamor ging er zum Versammlungsplatz beim Stadttor, um die Männer der Stadt von der Sache zu überzeugen.
21 »Diese Männer sind friedlich«, sagten sie, »wir sollten sie ruhig bei uns wohnen lassen, dann können sie selbst Besitz erwerben. Unser Land ist doch groß genug. Wir können uns durch gegenseitige Heirat mit ihnen verbinden.
22 Allerdings stellen sie eine Bedingung: Wir müssen alle männlichen Einwohner beschneiden, so wie es bei ihnen üblich ist.
23 Überlegt doch einmal: Ihr ganzer Besitz würde uns gehören! Lasst uns auf ihren Vorschlag eingehen, damit sie bei uns bleiben!«
24 Die Männer der Stadt stimmten zu, und alle männlichen Einwohner wurden beschnitten.
25 Drei Tage später lagen sie im Wundfieber. Da nahmen Dinas Brüder Simeon und Levi ihr Schwert und überfielen die Stadt, ohne auf Widerstand zu stoßen. Sie brachten alle männlichen Einwohner um,
26 auch Hamor und Sichem. Dina holten sie aus Sichems Haus, dann verschwanden sie wieder.
27 Die anderen Söhne Jakobs plünderten die Stadt aus. Sie rächten sich dafür, dass man ihre Schwester dort vergewaltigt und ihrer Ehre beraubt hatte.
28 Alles Vieh – Schafe, Ziegen, Esel und Rinder – nahmen sie mit und was sie sonst in der Stadt oder auf dem Feld fanden.
29 Auch die Frauen und Kinder sowie allen Besitz aus den Häusern schleppten sie fort.
30 Als Jakob davon erfuhr, warf er Simeon und Levi vor: »Ihr stürzt mich ins Unglück! Jetzt bin ich bei allen Bewohnern des Landes verhasst! Die Zahl unserer Leute ist verschwindend klein gegen die Menge der Kanaaniter und der Perisiter. Wenn sie sich zusammentun, ist es aus mit uns! Dann wird keiner von uns am Leben bleiben!«
31 Aber Simeon und Levi erwiderten nur: »Konnten wir es zulassen, dass Sichem unsere Schwester wie eine Hure behandelt hat?«

1. Mose 34, Verse 13-31

Heftige Geschichte. Auf Unrecht wird mit noch größerem Unrecht geantwortet. Eine Abwärtsspirale, die sich immer schneller dreht, wenn niemand sie durchbricht. Schauen wir uns mal die Oberhäupter an. Sichem und Hamor waren die beiden, die das Sagen dort hatten und Sichem vergewaltigt einfach Dina, Jakobs Tochter. Das geht gar nicht klar, aber Jakobs Söhne sind noch ne Spur brutaler drauf. Sie töten nicht nur Sichem und seinen Vater, sondern alle männlichen Bewohner des Ortes.

Sichem und Hamor fragen nicht nach, was das überhaupt bedeutet beschnitten zu sein. Die lassen sich auf etwas ein, das sie nicht verstehen. Das ist keine gute Idee.

Jakob macht den Fehler, sich nicht weiter an Gottes Zusagen festzuhalten. Er siedelt sich an und scheint ziemlich kompromissbereit zu sein, was die Lebensweise der Bewohner von Sichem angeht.

»Ihr stürzt mich ins Unglück! Jetzt bin ich bei allen Bewohnern des Landes verhasst! Die Zahl unserer Leute ist verschwindend klein gegen die Menge der Kanaaniter und der Perisiter. Wenn sie sich zusammentun, ist es aus mit uns! Dann wird keiner von uns am Leben bleiben!«

Das klingt so gar nicht nach Gottvertrauen und Gottes Segen. Ich find die Bibel extrem realistisch. Die Geschichten beschreiben nicht den Gotteshelden, der einfach durch alle Situationen durchmarschiert. Auf Siege folgen Niederlagen und dann wieder Siege und wieder Niederlagen. Weder Abraham, noch Isaak oder Jakob vertrauen die ganze Zeit ihres Leben auf Gott. Das was sie auszeichnet, ist, dass sie sich immer wieder darauf besinnen: „Warte mal, das ist doch gar nicht Gottes Plan für mich. Back to the roots. Gott ist der Ursprung und nur Er ist wirklich wichtig. Und nur das, was Gott sagt ist tatsächlich die Wahrheit.“

Jeder trägt für bestimmte Menschen und Dinge die Verantwortung. Treffen wir gute Entscheidungen, sodass alle in unserem Umfeld profitieren und sich freuen. Du wirst dabei immer wieder Fehler machen. Aber hast Du die Größe, Fehler einzugestehen und zu korrigieren. Oder ziehst Du Deinen Fehler durch, um Dein Gesicht zu wahren. Die Leute sollen doch nur Gutes von mir denken.

  1. Die Leute denken kaum über Dich nach. 95% der Zeit denkt jeder an sich selber.

  2. Bei allen intelligenten und weisen Menschen steigst Du im Ansehen, wenn Du den Mut hast Deine Fehler einzuräumen.

  3. Und das ist der wichtigste Punkt: In 100 Jahren wird es Dich nicht mehr im Ansatz interessieren, was Menschen über Dich denken. Da zählt nur noch, was Gott über Dich denkt.

1. Mose 33

Jakob und Esau begegnen sich wieder und versöhnen sich. Esau will Jakobs Vieh-Geschenke erst nicht annehmen, nimmt sie dann aber doch an.

11 Mein Geschenk soll ein Segen für dich sein, schlag es doch nicht aus! Denn Gott hat es gut mit mir gemeint, und so habe ich wirklich alles, was ich brauche!«
So drängte Jakob, und Esau gab schließlich nach.
12 »Jetzt können wir zusammen weiterziehen«, schlug Esau vor, »ich gehe mit meinen Leuten voraus und zeige euch den Weg.«
13 Aber Jakob entgegnete: »Mein Herr, du siehst, dass ich kleine Kinder bei mir habe. Auch bei meinen Herden gibt es viele säugende Schafe, Ziegen und Rinder. Wenn ich die Tiere nur einen Tag überanstrenge, sterben sie!
14 Darum ist es besser, wenn du schon vorausziehst und wir später nachkommen. Dann kann ich mich nach dem langsamen Tempo der Kinder und der Jungtiere richten und dich in Seïr wiedertreffen!«
15 »Aber ich lasse wenigstens einige meiner Männer zum Schutz bei dir!«, erwiderte Esau. »Nein, das ist nicht nötig!«, wehrte Jakob ab. »Wichtig ist für mich nur, dass du mich wieder angenommen hast!«
16 Dann machten sich beide auf den Weg: Esau kehrte nach Seïr zurück,
17 aber Jakob folgte ihm nicht, sondern zog nach Sukkot. Dort baute er ein Haus, und für seine Herden fertigte er Hütten an. Darum trägt der Ort den Namen Sukkot (»Hütten«).
18 Schließlich kam Jakob wohlbehalten nach Sichem im Land Kanaan. Die lange Reise, die in Mesopotamien begonnen hatte, war nun zu Ende. Vor der Stadt schlug er seine Zelte auf
19 und kaufte den Lagerplatz für 100 Silberstücke von der Familie Hamors, des Vaters von Sichem.
20 Dort errichtete er einen Altar und nannte ihn »Gott ist Israels Gott«.

1. Mose 33, Verse 11-20

Ich glaube für Esau war Gott immer noch ziemlich unwichtig. Er lebte einfach sein Leben. So gibt es auch heute viele Menschen, die wollen einfach nur ihr Leben leben. Nicht jeder Ungläubige ist extrem gegen die Bibel und gegen Christen.

Nach so einem emotionalen Erlebnis wie der Versöhnung zwischen 2 Brüdern, kann es sein, dass einer dem anderen seine Weltanschauung „verkaufen“ möchte. Esau schlägt Jakob vor, zusammen nach Seïr zu ziehen, dort wo Esau zuhause war. Wenn wir mit Menschen Zeit verbringen, die unseren Glauben nicht teilen, und wir uns trotzdem gut verstehen, dann ist das nicht schlecht. Das Ding ist, Menschen beeinflussen sich gegenseitig. Das passiert ganz automatisch. Möglich, dass sich Gedanken einschleichen, die sich nicht kombinieren lassen mit Gottes Gedanken. Wenn das passiert, wird’s kriminell. Weil dann fängst Du an Lügen zu glauben und wohin das führt siehst Du, wenn Du ins aktuelle Weltgeschehen schaust.

Vermutlich wusste Esau, dass Jakob nicht nachkommen würde. Das Leben nach eigenem Gutdünken aufzubauen steht jedem frei. Esau wollte diesen vermeintlichen Vorteil nicht aus der Hand geben, ließ aber auch Jakob seinen Weg gehen.

Das ist der Hauptgrund, warum Menschen sich nicht komplett für Gott entscheiden. Sie denken, dass sie sich ihrer Möglichkeiten berauben das Leben zu genießen. Die Leute sind zu ungeduldig und versuchen nicht mal das Ganze vernünftig gegenzurechnen. Sie hören sich die Konditionen nicht zuende an. Sie lesen nicht bis zuende.

Wenn Du Dich für Gott entscheidest, hat Gott einen Plan mit Dir. Dann stehst Du unter seinem Schutz, unter seinem Segen, aber dann triffst Du Entscheidungen anders. Weil Gott Dich verändert hat. Du fängst an zu begreifen, dass Du Dich vorher nie richtig geliebt hast. Wenn Gott Dir zeigt, was Annahme ist, dann kannst Du Dich auch annehmen. Wenn Du die Möglichkeit hast, Dein Leben der liebevollsten Person anzuvertrauen, die gleichzeitig die mächtigste Person ist, dann ist es doch klar, dass es keine bessere Entscheidung gibt.

Solange Du glaubst Dich mehr zu lieben als Gott Dich liebt, bist Du einfach schlecht informiert. Die Infos sind alle da. Die Verifizierung kannst Du durch Recherchen der Prophetie vornehmen. Das einzige Hindernis sind wir selber, wenn wir Gott nicht mal die Chance geben wollen, uns zu zeigen dass sein Wort die Wahrheit ist. Je mehr Du es liest, desto mehr kannst Du Dich freuen. Je mehr Du es verstehst, desto mehr feierst Du es.

Jakob errichtet in Sichem einen Altar, so wie damals sein Opa Abraham. Und der Name des Altars verdeutlicht seine Beziehung zu Gott. »Gott ist Israels Gott« Zum gleichen Ergebnis dürfen auch wir kommen. Wir dürfen sogar einen Schritt weiter gehen und den allmächtigen Gott Papa nennen. Nachdem Du dieses großartige Geschenk angenommen hast, gibt es noch irgendein Szenario, wo etwas ernsthaft schief gehen kann? Was kann Gott noch mehr tun, damit Du in die Luft springst und feierst.

1. Mose 32

23 Mitten in der Nacht stand Jakob auf und überquerte den Fluss Jabbok an einer seichten Stelle, zusammen mit seinen beiden Frauen, den beiden Mägden und den elf Kindern.
24 Auch seinen Besitz brachte er auf die andere Seite.
25 Nur er blieb noch allein zurück.
Plötzlich stellte sich ihm ein Mann entgegen und kämpfte mit ihm bis zum Morgengrauen.
26 Als der Mann merkte, dass er Jakob nicht besiegen konnte, gab er ihm einen so harten Schlag auf das Hüftgelenk, dass es ausgerenkt wurde.
27 Dann bat er: »Lass mich los, der Morgen dämmert schon!«
Aber Jakob erwiderte: »Ich lasse dich nicht eher los, bis du mich gesegnet hast!«
28 »Wie heißt du?«, fragte der Mann. Als Jakob seinen Namen nannte,
29 sagte der Mann: »Von jetzt an sollst du nicht mehr Jakob heißen. Du hast schon mit Gott und mit Menschen gekämpft und immer gesiegt. Darum heißt du von jetzt an Israel (›Gotteskämpfer‹).«
30 »Wie ist denn dein Name?«, fragte Jakob zurück. »Warum willst du das wissen?«, entgegnete der Mann nur, dann segnete er ihn.
31 »Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und trotzdem lebe ich noch!«, rief Jakob. Darum nannte er den Ort Pnuël (»Gesicht Gottes«).
32 Die Sonne ging gerade auf, als Jakob weiterzog. Er hinkte, weil seine Hüfte ausgerenkt war.
33 Bis heute essen die Israeliten bei geschlachteten Tieren nicht den Muskel über dem Hüftgelenk, weil Jakob auf diese Stelle geschlagen wurde.

1. Mose 32, Verse 23-33

Mitten in der Nacht, aus dem Nichts taucht dieser Mann auf und verwickelt Jakob in einen Ringkampf. Die beiden kämpfen bis zur Morgendämmerung. Und der geheimnisvolle Mann verpasst ihm einen Schlag, sodass der Kampf eigentlich zuende ist. Trotzdem hält Jakob diesen Mann fest. Ich denke ihm wurde bewusst, das ist kein normaler Mensch mit dem ich hier kämpfe. Jakob soll seinen Namen nennen und er sagt ihn. Der Name ist die Identität. Ihm wird bewusst, dass er sich bisher den Segen erschlichen hat und dass erschlichener Segen irgendwie nicht der richtige volle Segen ist.

Gott ist geheimnisvoll. Aus dem Nichts fängt er an mit Dir zu kämpfen und zeigt Dir Deine Identität. Im Ringen mit Gott erkennen wir, wer wir sind. Und damit die Abhängigkeit von Gott. Wenn Dir Deine Schwachheit und Verletzung bewusst wird, dann kannst Du in Selbstmitleid versinken und Dich von Gott abwenden. Oder Du packst jetzt mit letzter Kraft zu und hältst Dich einfach an Gott fest.

Das ergibt eigentlich gar keinen Sinn. Gott kann jeden abschütteln, wenn er wirklich wollte. Die Lektion, die Jakob hier bekommt ist lebensverändernd. Am Ende ist es so, dass Deine Kraft nicht zählt. Am Ende zählt auch nicht Deine Intelligenz. Dein Besitz zählt nicht. Am Ende zählt einfach gar nichts. Du stehst alleine da und dann ist da dieser geheimnisvolle unbezwingbare Gott. Und dieser Gott fordert Dich heraus, bis Du Deinen wahren Lebenszweck erkennst und hoffentlich die gleiche Entscheidung triffst wie Jakob. Ich halt mich an Gott fest und vertraue darauf, dass alles was er gesagt hat in Erfüllung geht. Ich setze alles auf „eine Karte“. Ich setze alles auf Gottes Gnade.

Jakob bekommt eine neue Identität von Gott. Und wenn Gott Dir eine Identität gibt, dann zählen alle anderen Identitäten nichts. Was Menschen Dir für eine Bedeutung geben wollen ist zweitrangig. Und wenn es im Widerspruch mit der Identität ist, die Gott Dir gegeben hat, dann ist es sogar kompletter Blödsinn. Jakob wollte Gottes Segen unbedingt und stellt alles andere hinten an. Sein Bruder Esau wollte sein Leben leben und den Segen von Gott einfach so on Top dazu bekommen. Dabei verkauft er sein Erstgeburtsrecht. Und schließt damit einen der miesesten Deals seines Lebens ab. Jakob dagegen will einfach nur den Segen Gottes. Sobald er den hat, regelt sich alles andere. Also ist er bereit dafür zu kämpfen und hält sich an Gott fest.