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2. Mose 18

1 Moses Schwiegervater Jitro, der Priester von Midian, hörte, dass Gott Mose und dem ganzen Volk Israel geholfen und sie aus Ägypten herausgeführt hatte.
2 Da machte er sich auf den Weg, gemeinsam mit Moses Frau Zippora, die Mose zu ihm zurückgesandt hatte,
3 und mit ihren beiden Söhnen. Der ältere trug den Namen Gerschom (»ein Fremder dort«), weil Mose bei seiner Geburt gesagt hatte: »Er soll Gerschom heißen, weil ich als Fremder in einem Land leben muss, das nicht meine Heimat ist.«
4 Der zweite Sohn hieß Eliëser (»Mein Gott ist Hilfe«), denn Mose hatte gesagt: »Der Gott meines Vaters ist meine Hilfe gewesen. Er hat mich vor dem Schwert des Pharaos gerettet.«
5 Nun kam Moses Familie zu ihm in die Wüste. Die Israeliten hatten dort in der Nähe vom Berg Gottes ihr Lager aufgeschlagen.
6 Jitro ließ Mose ausrichten: »Dein Schwiegervater Jitro ist zusammen mit deiner Frau und den beiden Söhnen angekommen.«
7 Da ging Mose seinem Schwiegervater entgegen, verneigte sich vor ihm und küsste ihn. Sie fragten einander nach ihrem Wohlergehen und gingen dann in Moses Zelt.
8 Mose erzählte Jitro, was der Herr mit dem Pharao und den Ägyptern getan hatte, um die Israeliten zu retten. Er verschwieg nicht die vielen Schwierigkeiten auf ihrer Reise, berichtete aber auch, wie der Herr ihnen immer wieder geholfen hatte.
9 Jitro freute sich sehr, dass der Herr den Israeliten so viel Gutes getan und sie aus Ägypten herausgeführt hatte.
10 Er rief: »Gelobt sei der Herr, der euch aus der Gewalt der Ägypter und ihres Königs gerettet hat! Ja, er hat dieses Volk aus der Sklaverei befreit!
11 Jetzt weiß ich: Der Herr ist größer als alle anderen Götter. Als die Ägypter sich besonders stark fühlten, hat er ihnen seine Macht gezeigt.«
12 Dann brachte Jitro ein Brand- und ein Schlachtopfer für Gott dar. Auch Aaron und die Sippenoberhäupter der Israeliten nahmen an der Opfermahlzeit teil, um Gott zu ehren.

2. Mose 18, Verse 1-12

Immer wieder tauchen diese Geschichten auf. Von Menschen, die nicht zum Volk Israel gehören. Die sich aber durch das was sie sehen und hören überzeugen lassen, dass der Gott Israels wirklich der Mächtigste ist.

Ich fänds schon interessant, wie die ganzen Details waren. Mose schickt seine Frau mit den beiden Kindern zu ihrem Vater zurück. Will er sie schützen? Schließlich stand er in direkter Lebensgefahr. Die ganze Zeit im Kontakt mit dem Pharao und das nicht gerade in warmherziger freundlicher Atmosphäre. Hatten die sich verabredet, dass Zippora mit Gerschom und Elieser wieder zu ihnen stoßen sollten, sobald sie aus Ägypten raus sind?

Auf jeden Fall begegnen sie sich wieder und Zipporas Vater ist mit dabei. Jitro ist ein Priester in Midian und sehr viel mehr Informationen haben wir nicht. Die Begegnung von Mose und seinem Schwiegervater verrät uns, dass sie eine gute Beziehung hatten. Sie freuten sich über das Wiedersehen und haben sich viel zu erzählen.

Mose erzählt, wie Gott da ist und hilft. Und Jitro kommt zur Erkenntnis. Zu der wichtigsten Erkenntnis. Gott ist da. Er ist gut. Und mächtiger als alles was sich sonst Gott nennen will.

Mose erzählt von Erlebnissen und Erfahrungen. Da war keine trockene Theorie oder irgendwelche Dogmen, die so halbherzig aufgezählt wurden. Da war Leben drin.

Wovon erzählst Du, wenn Du mit Ungläubigen über Gott sprichst? Ist es eine theologische Abhandlung oder sind es Erfahrungsberichte. Sich an gewisse Regeln zu halten, das kennen die meisten Menschen aus ihrem eigenen Leben. Aber Erlebnisse mit dem Allmächtigen, das ist neu und da wird’s spannend.

2. Mose 17

1 Die Israeliten brachen aus der Wüste Sin auf und zogen von einem Lagerplatz zum nächsten, wie der Herr es ihnen befahl. Als sie in Refidim ihr Lager aufschlugen, fanden sie kein Trinkwasser.
2 Da machten sie Mose bittere Vorwürfe und verlangten: »Gib uns Wasser zum Trinken!« Mose erwiderte: »Warum beschwert ihr euch bei mir? Warum stellt ihr den Herrn auf die Probe?«
3 Aber die Israeliten quälte der Durst, und sie klagten Mose an: »Warum hast du uns nur aus Ägypten herausgeholt? Willst du uns mit unseren Kindern und all unseren Herden hier verdursten lassen?«
4 Da rief Mose zum Herrn: »Was soll ich jetzt mit diesem Volk tun? Es fehlt nicht viel, und sie steinigen mich!«
5 Der Herr antwortete: »Ruf einige von den Sippenoberhäuptern Israels und geh mit ihnen dem Volk voran! Nimm dabei den Stab in die Hand, mit dem du in den Nil geschlagen hast!
6 Du wirst sehen, dass ich dich am Berg Horeb erwarte und dort vor dir auf einem Felsen stehe. Schlag mit dem Stab an diesen Felsen! Dann wird Wasser aus dem Stein herausströmen, und das Volk kann trinken.« Vor den Augen der Sippenoberhäupter von Israel tat Mose, was der Herr ihm befohlen hatte.

2. Mose 17, Verse 1-6

Was siehst Du, wenn Du vor Schwierigkeiten und Herausforderungen stehst? Es ist einfach zu fragen: „Ja, wie soll das denn funktionieren?“ Das Offensichtliche zu sehen und anzukreiden ist meist das Naheliegendste und die Israeliten taten genau das. Sehe ich auch nur das Offensichtliche, was jeder sehen kann, egal ob Christ oder Nicht-Christ?

Oder siehst Du, dass Gott auf Dich wartet? Er wartet mit Allem was Du brauchst und freut sich, wenn Dein Vertrauen zu ihm weiter gestiegen ist. Er freut sich, wenn Du ihm heute mehr vertraust als beim letzten Mal.

8 Als die Israeliten bei Refidim lagerten, rückten die Amalekiter an, um Israel anzugreifen.
9 Mose befahl Josua: »Wähle kampferprobte Männer aus und zieh mit ihnen in die Schlacht gegen die Amalekiter! Ich selbst werde mich morgen auf den Hügel stellen, den Stab Gottes in der Hand.«
10 Josua gehorchte und zog mit seinen Soldaten in den Kampf, wie Mose es befohlen hatte. Mose, Aaron und Hur stiegen auf den Hügel.
11 Solange Mose seine Hände mit dem Stab erhoben hatte, behielten die Israeliten im Kampf die Oberhand; ließ er die Hände sinken, waren die Amalekiter überlegen.
12 Mit der Zeit wurden Mose die Arme schwer. Da holten Aaron und Hur einen großen Stein, auf den er sich setzen konnte; sie selbst stellten sich links und rechts neben ihn und stützten seine Arme, bis die Sonne unterging.
13 So konnte Josua das Heer der Amalekiter in der Schlacht besiegen.

2. Mose 17, Verse 8-13

Die Meisten kennen das Sprichwort: „Ein Unglück kommt selten allein.“ Vielleicht benutzt Du es auch selber. Aber ist es nicht eher so, dass Gott Dir zeigt, worauf Du wirklich vertraust und dass Er Dein komplettes Vertrauen für sich will?

Gott kreiert aus seiner Fülle. Mittels Sprachbefehlen entsteht das Universum, die Erde, das Meer, die Welt mit all dem Grün und den ganzen Tieren. Aus einem für uns unabwendbaren Unglück entsteht etwas Wunderbares.

Für Gott haben die Dinge oft eine ganz andere Bedeutung als für uns. Vor allem die Sachen, die uns absolut nicht passen. Und auch wenn wir Gottes Bedeutung einer bestimmten Sache noch nicht kennen, dann dürfen wir im Gespräch mit ihm bleiben und es herausfinden. Am Ende ist es dann doch meist so, dass die ganzen Umstände und Situationen immer mehr an Bedeutung verlieren. Und was bleibt ist Gott und meine Beziehung zu ihm.

2. Mose 16

1 Alle, die zur Gemeinschaft der Israeliten gehörten, zogen von Elim aus weiter. Am 15. Tag des 2. Monats nachdem sie Ägypten verlassen hatten, erreichten sie die Wüste Sin, die zwischen Elim und dem Berg Sinai liegt.
2 Bald fingen die Leute wieder an, sich über Mose und Aaron zu beschweren.
3 Sie stöhnten: »Ach, hätte der Herr uns doch in Ägypten sterben lassen! Dort hatten wir wenigstens Fleisch zu essen und genug Brot, um satt zu werden. Ihr habt uns doch nur in diese Wüste gebracht, damit wir alle verhungern!«
4 Da sprach der Herr zu Mose: »Du wirst sehen: Ich lasse Brot vom Himmel für euch regnen! Die Israeliten sollen morgens losgehen und so viel einsammeln, wie sie für den Tag brauchen, mehr nicht. Denn ich will sie auf die Probe stellen und herausfinden, ob sie mir gehorchen.
5 Aber am sechsten Tag sollen sie doppelt so viel einsammeln wie sonst, um es für sich zuzubereiten.«

2. Mose 16, Verse 1-5

Wow, ich denke spätestens hier erkennt jeder das Muster. Sobald es schwierig wird, einfach meckern. Dann kümmert sich schon jemand darum. Aber nicht einfach nur meckern, weil es Dir grad nicht gut geht, sondern alles infrage stellen, was Gott bisher getan hat. Den kompletten Weg. Alles bisher Erlebte anzweifeln und kritisieren. Das ist Misstrauen auf einem anderen Level. Mir scheint es ein sehr tiefsitzendes Nicht-Vertrauen-Können oder vielleicht auch Wollen zu sein.

17 Die Israeliten hielten sich daran und lasen die Körner auf, einer mehr, der andere weniger.
18 Doch als sie es zu Hause maßen, hatte der nicht zu viel, der viel eingesammelt hatte, und wer nur wenig aufgelesen hatte, dem fehlte nichts. Jeder hatte genauso viel mitgenommen, wie er für seine Familie brauchte.
19 Mose befahl: »Hebt nichts davon bis zum nächsten Morgen auf!«
20 Einige Israeliten aber hielten sich nicht daran und ließen etwas übrig. Am nächsten Morgen war es voller Würmer und stank. Mose wurde zornig auf sie.
21 So lasen die Israeliten jeden Morgen die Körner auf, jeder so viel, wie er zum Essen brauchte. Später, wenn es heiß wurde, schmolz der Rest am Boden und verschwand.
22 Am sechsten Tag kam doppelt so viel Nahrung zusammen wie sonst – fünf Liter für jeden. Die führenden Männer Israels gingen zu Mose und sprachen ihn darauf an.
23 Mose erklärte ihnen: »Der Herr hat angeordnet: Morgen sollt ihr den Sabbat feiern, den Ruhetag, der ganz dem Herrn geweiht ist. Backt heute aus den Körnern Brot, oder kocht sie, ganz wie ihr wollt. Was übrig bleibt, hebt für morgen auf!«
24 Das taten die Israeliten. Und diesmal war die Speise nicht verdorben wie sonst und enthielt auch keine Würmer.

2. Mose 16, Verse 17-24

Die Israeliten lebten vierzig Jahre lang von Manna, bis sie an der Grenze Kanaans besiedeltes Land erreichten.

2. Mose 16, Vers 35

Gott taucht mit den Israeliten noch tiefer ein. Sie sollten lernen jeden einzelnen Tag im Vertrauen auf Gottes Versorgung zu leben. Mach das, was Du tun kannst. Sammle das ein, was Gott Dir gibt. Und niemand hat zu wenig, niemand hat zu viel. Dann am gleichen Tag alles aufessen. Sie lebten quasi von der Hand in den Mund. Und das für 40 Jahre. 40 Jahre!!! Und dieses wundersame Brot ernährt sie die ganze Zeit. Gott versorgt sie die ganzen 40 JAHRE in der WÜSTE.

Extrem eindrücklich sagt Gott: „Ich bin absolut vertrauenswürdig!“ Wenn Du jetzt nicht vertraust, dann nicht weil Du nicht kannst, sondern weil Du nicht willst. Gott ist gerecht und der heftigste Psychologe, den Du dir vorstellen kannst. Nein, er ist noch krasser. Er hat Deine und meine Psyche geschaffen. Er weiß zu 100% wie Du funktionierst. Und er räumt alle Hindernisse weg, die zwischen Dir und Deinem Gottvertrauen stehen. Damit Du an den Punkt kommst, wo Du keine Ausreden mehr findest, sondern nur noch vor einer Wahl stehst. Basierend auf Deinem Willen darfst Du Dich dann für oder gegen Gott entscheiden.

2. Mose 15

11 Herr, wer unter allen Göttern ist dir gleich?
Wer ist wie du, herrlich und heilig?
Wer vollbringt so große, furchterregende Taten?
Wer tut Wunder – so wie du?
12 Als du deinen rechten Arm ausstrecktest,
verschlang die Erde unsere Feinde.
13 Voller Liebe führst du uns, dein Volk, das du gerettet hast!
Mit großer Macht leitest du uns
bis zu dem heiligen Ort, an dem du wohnst.
14 Wenn die anderen Völker hören, was geschehen ist, erschrecken sie.
Angst überfällt die Philister,
15 und die Fürsten Edoms sind entsetzt.
Moabs Herrscher fangen an zu zittern,
und die Bewohner Kanaans verlieren allen Mut.
16 Furcht und Schrecken packt sie.
Sie sehen deine große Macht, Herr, und stehen wie versteinert da,
bis dein Volk vorbeigezogen ist, ja, bis das Volk, das du freigekauft hast, vorbeigezogen ist!
17 Du bringst sie zu deinem Berg und pflanzt sie dort ein,
an dem Ort, den du dir als Wohnung gewählt hast.
Dort ist dein Heiligtum, o Herr,
das du mit eigener Hand errichtet hast!
18 Der Herr ist König für immer und ewig!«

2. Mose 15, Verse 11-18

Mose und das ganze Volk Israel entkommen den Ägyptern und sie feiern und singen. In dem Moment begreifen sie: Gott ist gewaltig. Mit diesem Gott an unserer Seite können wir überall einmarschieren. Alle Völker, die das hören, werden Respekt vor uns bekommen, weil Gott mit uns ist.

22 Mose ließ die Israeliten vom Schilfmeer aufbrechen. Sie zogen los und kamen in die Wüste Schur. Drei Tage lang waren sie hier unterwegs, ohne Wasser zu finden.
23 Als sie endlich die Oase von Mara erreichten, war das Wasser dort so bitter, dass sie es nicht trinken konnten. Darum heißt dieser Ort Mara (»Bitterkeit«).
24 »Was sollen wir nun trinken?«, fragten die Leute Mose vorwurfsvoll.
25 Mose flehte den Herrn um Hilfe an, und der Herr zeigte ihm ein Stück Holz. Als Mose es ins Wasser warf, wurde das Wasser genießbar.

2. Mose 15, Verse 22-25

Und doch nur wenig später scheinen sie komplett vergessen zu haben, wie Gott die Ägypter im Meer untergehen ließ. Aus einem übergeordneten Standpunkt müssten sie sich doch die Frage stellen: Gott bekennt sich zu uns als zu seinem Volk auf beeindruckende Weise, nur um uns ein paar Tage später verdursten zu lassen? Das ergibt überhaupt gar keinen Sinn.

Geduld und Glaube hängen sehr stark zusammen. Glaube ohne Geduld ist das Verlangen nach Kontrolle. Mit Geduld ist Glaube die stärkste Waffe des Universums. Vorausgesetzt wir vertrauen auf den Allmächtigen. Ist es einfach geduldig zu sein, wenn Du in einer miesen vielleicht ausweglos scheinenden Situation bist? Absolut nicht. Aber in genau solchen Momenten darfst Du Gottvertrauen trainieren. In den einfachen Situationen trainierst Du gar nichts.

Die Israeliten taten das Richtige, als sie Gott feierten nach diesem überragenden Sieg. Wenn es gut läuft, dann müssen wir feiern, was das Zeug hält. Die ganze Zeit. Solange es läuft. Manchmal dauert das eine ganze Zeitlang. Ja, und? Dankbar weiter feiern. Nicht aufhören. Irgendwann kommt der Moment, wo Dir nicht im Entferntesten nach Feiern zumute ist und dann musst Du dich an die guten Zeiten erinnern. Wo Gott Dir geholfen hat und Du das Gefühl hattest mit ihm in Länder einmarschieren zu können.

2. Mose 14

1 Der Herr sprach zu Mose:
2 »Sag den Israeliten, sie sollen ihre Richtung ändern und bei Pi-Hahirot Halt machen, zwischen Migdol und dem Meer. Schlagt das Lager direkt am Ufer des Schilfmeers auf, gegenüber von Baal-Zefon!
3 Der Pharao wird denken, ihr habt euch verlaufen und findet nicht mehr aus der Wüste heraus.
4 Ich werde dafür sorgen, dass er es sich anders überlegt und euch in seiner Starrsinnigkeit verfolgt. Doch dann werde ich ihn und sein Heer besiegen und zeigen, wie mächtig und erhaben ich bin. Daran sollen die Ägypter erkennen, dass ich der Herr bin!« Die Israeliten hielten sich genau an diese Anweisung.
5 Als der König von Ägypten erfuhr, dass die Israeliten wirklich geflohen waren, änderten er und seine Hofbeamten ihre Meinung: »Was haben wir bloß getan? Warum haben wir die Israeliten aus der Sklaverei entlassen?«
6 Der Pharao ließ seine Streitwagen anspannen und zog mit seinen Soldaten los.
7 600 seiner besten Streitwagen bot er auf, dazu noch zahlreiche andere aus ganz Ägypten. Auf jedem Wagen fuhr neben dem Wagenlenker und dem Bogenschützen auch noch ein Schildträger mit.
8 Der Herr hatte den König wieder starrsinnig gemacht. Darum jagte der Pharao den Israeliten nach, die Ägypten voller Zuversicht verlassen hatten.
9 Die Soldaten des Pharaos mit ihren Pferden und Streitwagen holten die Israeliten ein, während diese bei Pi-Hahirot am Meer, gegenüber von Baal-Zefon, lagerten.
10 Als die Israeliten den Pharao und seine Truppen heranziehen sahen, packte sie das Entsetzen, und sie schrien zum Herrn um Hilfe.
11 Zugleich machten sie Mose bittere Vorwürfe: »Gibt es etwa in Ägypten nicht genug Gräber für uns? Warum führst du uns hierher? Wir sollen wohl hier in der Wüste sterben! Was hast du uns nur angetan! Warum hast du uns aus Ägypten herausgeholt?
12 Haben wir dir nicht schon dort gesagt, du solltest uns in Ruhe lassen? Wir hätten bleiben und den Ägyptern dienen sollen. Lieber wären wir ihre Sklaven geblieben, als hier in der Wüste umzukommen!«

2. Mose 14, Verse 1-12

Gott führt sein komplettes Volk aus Ägypten. Mit einer Machtdemonstration die seinesgleichen sucht. 10 Plagen lässt er über Ägypten kommen und die letzte hatte es echt in sich. Die Sklaverei ist endlich vorbei. Und es kommt die nächste Ansage von Gott. Der Pharao wird euch wieder verfolgen und ich locke ihn in die Falle.

Ok, die Israeliten sind einverstanden und schlagen ihr Lager am „Roten Meer“ auf. Doch als sie dann wirklich die Truppen sehen, packt sie das Entsetzen. Bitterböse Vorwürfe muss Mose sich anhören und damit klagen die Israeliten auch Gott an.

Israel hatte es richtig drauf mit dem Vergessen und auch wir können es ziemlich gut. Ausweglose Situationen scheinen für uns ausweglos. Für Gott klingt das eher wie eine Beleidigung: Was für ausweglos? Ich bin Gott und jeder, der mächtig ist, erscheint nur mächtig. Ich hab ihm ein kleines bisschen Macht verliehen. Aber DIE MACHT gehört nur mir!!!

23 Die Ägypter jagten den Israeliten nach. Mit allen Streitwagen, Pferden und Reitern stürmten sie ins Meer hinein.
24 Kurz vor Tagesanbruch blickte der Herr aus der Wolken- und Feuersäule auf das ägyptische Heer hinab und stiftete Verwirrung in ihren Reihen.
25 Er ließ die Räder ihrer Streitwagen abspringen, so dass sie nur mühsam vorankamen. »Der Herr steht auf der Seite der Israeliten«, riefen die Ägypter, »er kämpft gegen uns! Kehrt um! Flieht!«
26 Da sprach der Herr zu Mose: »Streck deine Hand noch einmal über das Meer aus, damit das Wasser zurückkehrt und die Wagen und Reiter der Ägypter überflutet!«

2. Mose 14, Verse 23-26

Wie entsetzt die Ägypter gewesen sein mussten!? Plötzlich ist alles so chaotisch. Die Räder springen einfach von den Wagen. Irgendwas läuft hier ganz gewaltig schief. Erst dieser dichte Nebel und jetzt fliegen die Räder einfach ab. Und dann die Erkenntnis: „Ach, jetzt wissen wir wieder, warum wir das Volk haben gehen lassen. Gott ist auf deren Seite. Run.“ Und dann laufen sie so schnell die Beine sie tragen. Manche versuchen es vielleicht auf den Pferden.

Und dann die Ernüchterung. Das Wasser kommt uns bereits entgegen. Vielleicht stolpern sie noch weiter, möglicherweise können manche sogar schwimmen und ziehen hastig ihre Rüstung und Klamotten aus. Aber einer nach dem Anderen ertrinkt. Selbst die besten Schwimmer müssen erkennen, die Chance ans Ufer zu kommen mitten im Meer ohne Boot ist gleich Null.

Und hier ist die Diagnose „Ausweglos“ völlig richtig. Du willst Gott nicht als Feind haben. Weil dann hast Du ein echtes Problem. Das Gute ist: Gott bietet jedem seine Freundschaft an.

2. Mose 13

11 »Der Herr wird euch ins Land der Kanaaniter bringen und es euch schenken, so wie er es euch und euren Vorfahren geschworen hat. Wenn ihr in dem Land seid,
12 dann sollt ihr dem Herrn eure ältesten Söhne weihen und ihm jedes männliche Tier opfern, das von seiner Mutter als erstes zur Welt gebracht wird.
13 Anstelle jedes zuerst geborenen Esels sollt ihr ein Lamm opfern und ihn so auslösen. Wollt ihr das nicht, dann brecht dem jungen Esel das Genick! Eure ältesten Söhne aber müsst ihr auf jeden Fall auslösen.
14 Wenn eure Kinder eines Tages fragen, was dieser Brauch bedeutet, dann erklärt ihnen: ›Der Herr hat uns mit starker Hand aus der Sklaverei in Ägypten befreit.
15 Als der Pharao sich hartnäckig weigerte, uns ziehen zu lassen, hat der Herr jeden ältesten Sohn und jedes erstgeborene männliche Tier in Ägypten getötet. Darum opfern wir dem Herrn unsere erstgeborenen männlichen Tiere, unsere ältesten Söhne aber kaufen wir frei.
16 Dieser Brauch soll uns wie ein Zeichen an der Hand oder ein Band um die Stirn daran erinnern, dass der Herr uns mit starker Hand aus Ägypten befreit hat.‹«

2. Mose 13, Verse 11-16

Gott weiß, dass wir vergesslich sind. Und er wusste auch, dass sein Volk Israel vergesslich ist. Bräuche und Feste erinnern uns daran, dass Gott groß ist. Dass er gut ist. Dass er uns liebt. Als Christen haben wir Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Himmelfahrt und jedes dieser Feste erinnert uns an Gottes Liebe zu uns. Diese Feste feiern wir jedes Jahr wieder. Das heilige Abendmahl wird in den meisten Gemeinden jeden Monat gefeiert, um sich zu erinnern.

Welches Fest kannst Du jeden Tag feiern? Was kannst Du auf täglicher Basis tun, damit Du Dich nicht mehr erinnerst, sondern im Bewusstsein von Gottes Liebe lebst. Damit Du nicht erinnert werden musst, sondern die ganze Zeit Gott feierst?

17 Nachdem der Pharao die Israeliten hatte ziehen lassen, führte Gott sie nicht auf der Straße in Richtung des Philisterlandes, obwohl das der kürzeste Weg gewesen wäre. Gott dachte: »Das Volk könnte seinen Entschluss ändern und nach Ägypten zurückkehren, wenn es merkt, dass ihm Kämpfe bevorstehen!«
18 Darum ließ Gott sie einen Umweg machen, auf der Wüstenstraße, die zum Schilfmeer führt. So zogen die Israeliten wie eine Armee geordnet aus Ägypten fort.
19 Mose nahm den Sarg mit den Gebeinen Josefs mit. Josef hatte nämlich den Israeliten ein Versprechen abgenommen und gesagt: »Gott wird euch bestimmt eines Tages zu Hilfe kommen und euch aus Ägypten herausführen. Dann nehmt auch meine Gebeine von hier mit!«
20 Nachdem die Israeliten von Sukkot aufgebrochen waren, lagerten sie bei Etam am Rand der Wüste.
21 Tagsüber zog der Herr in einer Wolkensäule vor ihnen her, um ihnen den Weg zu zeigen, und nachts war er in einer Feuersäule bei ihnen, die ihren Weg erhellte. So konnten sie bei Tag und Nacht wandern.
22 Tagsüber hatten sie immer die Wolkensäule vor sich und nachts die Feuersäule.

2. Mose 13, Verse 17-22

Wow, Gott kennt sein Volk und führt sie nicht direkt in die Kämpfe. Und genau dieser Gott, der einzige Gott ist auch mein und Dein Gott. Ich bin schon ziemlich gespannt, wo Gott mich überall Wege geführt hat, um mich zu schonen und es mir so einfach wie möglich zu machen.

Wolkensäule und Feuersäule. Sehr beliebte Kindergeschichte. Aber stell Dir das mal wirklich vor Gott geht seinem Volk voran in einer sichtbaren Säule. Tagsüber als Wolke, nachts als Feuer. Völlig egal, in welcher Umgebung und in welchen Umständen wir uns befinden, Gott will sichtbar in Deinem Leben sein und Dich führen.

Ein Punkt ist mir noch aufgefallen. Mose nimmt Josefs Leiche mit. Josef wollte das so und ließ sich ein Versprechen geben, dass die Israeliten ihn mitnehmen. Die Zukunft und vor allem die Verheißung Gottes war Josef am Wichtigsten. Auch wenn er nicht mehr lebte, wollte er mit. Das Versprechen, das Gott uns für das Ende der Zeit gibt, ist die Entrückung und falls wir vorher sterben sollten, werden wir auferstehen. Josef holte sich das Versprechen seine Überreste mitzunehmen. Gott gibt uns das Versprechen uns lebend zu sich zu holen. Ich denke alleine mit diesem Gedanken lässt sich jeden Tag ein Fest feiern.

2. Mose 12

21 Dann rief Mose die Sippenoberhäupter der Israeliten und befahl: »Geht los, sucht euch je nach der Größe eurer Familien eines oder mehrere Lämmer aus und schlachtet sie als Passahopfer!
22 Fangt das Blut in einer Schale auf, taucht ein Büschel Ysop hinein und streicht das Blut an den oberen Balken und an die beiden Pfosten eurer Haustüren. Bis zum nächsten Morgen darf niemand von euch sein Haus verlassen!
23 Wenn der Herr durchs Land geht, um die Ägypter zu töten, und das Blut an den Pfosten und Balken sieht, wird er an diesen Türen vorübergehen; er wird dem Todesengel nicht erlauben, in eure Häuser einzudringen und euch zu töten.
24 Haltet euch für immer an den Brauch dieses Festes; er gilt für euch und alle eure Nachkommen!
25 Wenn ihr in das Land kommt, das euch der Herr versprochen hat, sollt ihr auch dort diesen Brauch bewahren.
26 Eure Kinder werden euch einst fragen, was dieses Fest bedeutet;
27 dann erklärt ihnen: ›Dies ist das Passahopfer, das wir dem Herrn darbringen. Denn als er damals die Ägypter tötete, ging er an unseren Häusern vorüber und verschonte uns.‹«

2. Mose 12, Verse 21-27

Ich frage mich, ob irgendjemand von den Ägyptern mitbekam, was die Israeliten da machten und darüber nachdachte es ihnen nachzumachen. Vermutlich nicht. Ich denke die Hofbeamten des Pharaos haben nicht viel weitererzählt. Ich könnte mir auch vorstellen, dass der Pharao das verboten hatte. Letztendlich stirbt in dieser Nacht in jedem ägyptischen Haus mindestens Einer.

Auch in den israelitischen Häusern wird gestorben. Nur hier ist es ein Lamm. Ich bin wirklich froh damals nicht als Ägypter gelebt zu haben. Heute dürfen wir in dem bekanntesten Buch lesen und Eins und Eins zusammenzählen. Passahlämmer sind nicht mehr nötig. Gott selbst wurde in Jesus Christus das perfekte Passahlamm und ist gestorben um uns zu verschonen.

Alle nötigen Informationen sind da. Menschen wollten sie widerlegen und wurden davon überzeugt. Was würden die Ägypter geben, diese Infos zu bekommen und damit die Chance ihre Erstgeborenen vor dem Tod zu retten?

2. Mose 11

1 Der Herr sprach zu Mose: »Nun werde ich den Pharao und sein Volk noch ein letztes Mal strafen. Danach wird er euch von hier wegziehen lassen, ja, er wird euch regelrecht fortjagen!
2 Sag den Israeliten, dass sie sich silberne und goldene Schmuckstücke und Gefäße geben lassen sollen. Jeder Mann soll in den umliegenden Häusern nachfragen, und die Frauen sollen ihre Nachbarinnen darum bitten.«
3 Der Herr hatte den Israeliten nämlich großes Ansehen bei den Ägyptern verschafft. Auch Mose war in Ägypten hoch geachtet, bei den Hofbeamten des Pharaos wie bei der Bevölkerung.
4 Mose gab bekannt: »So spricht der Herr: ›Um Mitternacht werde ich durch das ganze Land gehen
5 und alle erstgeborenen Söhne der Ägypter töten, egal ob arm oder reich. Den Sohn des Pharaos auf dem Königsthron trifft es genauso wie den Sohn einer einfachen Sklavin, die mit der Handmühle Korn mahlt. Auch jedes erstgeborene männliche Tier aus den Herden der Ägypter wird sterben.
6 Überall im Land soll man die Menschen klagen und weinen hören, wie es noch nie war und auch nie wieder sein wird.
7 Die Israeliten und ihre Tiere aber werden verschont bleiben, nicht einmal ein Hund bellt sie an. Daran kann jeder erkennen, dass ich die Israeliten anders behandle als die Ägypter.‹
8 Wenn der Herr dies tut, werden die ägyptischen Hofbeamten zu mir kommen, vor mir niederfallen und mich anflehen, zusammen mit den Israeliten das Land zu verlassen. Und dann werden wir fortziehen!« Glühend vor Zorn verließ Mose das Haus des Pharaos.
9 Der Herr hatte Mose vorgewarnt und gesagt: »Der Pharao wird nicht auf euch hören. Das soll so sein, damit ich in Ägypten viele mächtige Wunder tun kann.«
10 Mose und Aaron hatten all diese Wunder vor den Augen des Pharaos vollbracht. Aber der Herr ließ den König hart bleiben, so dass die Israeliten das Land nicht verlassen durften.

2. Mose 11

Vers 8 finde ich sehr bemerkenswert. Mose hatte vom Pharao eigentlich die Anweisung bekommen, nie wieder herzukommen, sonst würde er ihn töten. Damals verließ Mose Pharaos Haus und gab sich einverstanden damit, ihn nie wiederzusehen.

Etwas später kündigt Mose die zehnte und letzte Plage an. Wir lesen nicht, dass der Pharao ihn doch nochmal rufen ließ. Stattdessen: Glühend vor Zorn verließ Mose das Haus des Pharaos.

Ich kann mir gut vorstellen, wie die Ägypter immer mehr Respekt vor Israel bekamen und vor allem vor Mose. Wenn der Mann hierhin kommt und Dinge ankündigt, dann passiert es, egal wie unglaublich es klingt. Vermutlich hatte selbst der Pharao so viel Respekt vor Mose, dass er nicht wagt ihm etwas zu tun. Glühend vor Zorn heißt nicht: „Hey, komm schon, lass uns ziehen.“ Mose gibt eine ganz klare Vorschau: „Gott tötet alle eure Erstgeborenen, und dann werdet ihr niederfallen und uns anflehen wegzuziehen.“

Das war die letzte Chance für den Pharao seinen eigenen Sohn und die vielen Söhne seines Volkes zu behalten. Gott redet durch Mose sehr ernst mit ihm. Der König von Ägypten hätte die übelste Plage noch abwenden können. Das Ergebnis, dass die Israeliten fortziehen werden stand fest, seitdem Mose den Auftrag von Gott bekam. Viele Dinge waren danach geschehen, die selbst den Zaubereren und Beratern des Pharaos klar machten, diese Macht ist größer als die Mächte, die wir kennen.

Trotzdem bleibt der König stur und zieht durch. Es kann ja sein, dass der Pharao wirklich glaubte, dass er das Maß der Dinge sei. Er ist der König. Er ist ein Gott, der für Ägypten sorgt. Aber nach all diesen Plagen und den ganzen neuen Informationen hätte er es besser wissen müssen. Er müsste die Lage neu beurteilen und zu dem Schluss kommen, dass Gott der König über alle Könige ist. Ich vermute sein Ego stand ihm im Weg. Rückblickend hätte er dann ja zugeben müssen, dass die ganzen Plagen unnötig gewesen sind. Er hätte die ganze Zeit falsch gelegen.

Das Ego killt alles. Du stehst nicht über der Wahrheit. Auch wenn wir die Wahrheit nicht für wahr halten wollen und auf dem eingeschlagenen Weg bleiben, der nachweislich ins Verderben führt. Der Weg ändert nicht sein Ziel. Halte durch ist ein guter Spruch, wenn der Weg auf dem wir gehen zu einem guten Ziel führt. Aber an Lügen festzuhalten ist mit das Dümmste, das wir tun können.

Gott bereitet den Auszug vor. Die Israeliten sollten sich von ihren ägyptischen Nachbarn beschenken lassen. Ein weiteres Zeichen für den König, dass es nicht mehr lange dauert, bis sie fortziehen werden. Die Wahrheit kann so offensichtlich sein, doch wenn wir uns für die Lüge entschieden haben, sind wir dafür nicht mehr offen und können Dinge nicht erkennen. Die Fähigkeit Informationen richtig zu interpretieren, geht verloren. In der Bibel finden wir die zuverlässigsten Informationen, die es je gab und geben wird. Alles hat sich bisher so erfüllt wie vorhergesagt, was völlig unlogisch wäre, wenn es nicht Gottes Wort ist. Die Frage, die damals für den Pharao entscheidend war und heute immer noch für Jeden entscheidend ist: Bin ich offen für die Wahrheit?

2. Mose 10

1 Der Herr befahl Mose: »Geh zum Pharao! Ich habe dafür gesorgt, dass er und seine Hofbeamten unnachgiebig bleiben. Denn ich will mitten unter ihnen Zeichen und Wunder vollbringen,
2 damit ihr euren Kindern und Enkeln erzählen könnt, wie ich die Ägypter zur Schau gestellt und große Dinge unter ihnen getan habe. So werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin!«
3 Mose und Aaron gingen wieder zum Pharao und sagten: »So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Wie lange weigerst du dich noch, dich mir zu unterwerfen? Lass mein Volk ziehen, es soll mir dienen!
4 Sonst sorge ich dafür, dass morgen Heuschreckenschwärme über dein Land herfallen.
5 Dann wird man vor lauter Heuschrecken den Boden nicht mehr sehen! Sie werden alles kahl fressen, was den Hagel überstanden hat, auch die Bäume.
6 Sie dringen in deinen Palast ein, in die Häuser deiner Hofbeamten und in alle anderen Häuser in Ägypten. Diese Heuschreckenplage wird die schlimmste sein, die ihr Ägypter je erlebt habt, seit ihr in diesem Land wohnt!« Mose drehte sich um und verließ den Palast.
7 Da drängten die Hofbeamten den Pharao: »Wie lange soll uns dieser Mann noch Schaden zufügen? Lass die Leute doch gehen und dem Herrn, ihrem Gott, dienen! Merkst du denn immer noch nicht, dass unser Land Ägypten zugrunde geht?«
8 Der Pharao ließ Mose und Aaron zurückholen und sagte: »Zieht los und opfert dem Herrn, eurem Gott! Wer von euch soll denn mitgehen?«
9 Mose antwortete: »Wir wollen mit Jung und Alt losziehen, mit unseren Söhnen und Töchtern, und auch unsere Schaf-, Ziegen- und Rinderherden nehmen wir mit. Schließlich wollen wir gemeinsam ein Fest zu Ehren des Herrn feiern!«
10 Da spottete der Pharao: »O ja, geht nur mit dem Segen des Herrn! Ich werde euch aber niemals mit euren Familien ziehen lassen. Es ist offensichtlich, dass ihr Böses im Schilde führt!
11 Nein, nur ihr Männer dürft das Land verlassen, um dem Herrn, eurem Gott, zu opfern. Das ist es doch, was ihr wollt!« Darauf ließ der König Mose und Aaron hinauswerfen.

2. Mose 10, Verse 1-11

Vers 7 zeigt, dass die Hofbeamten des Pharaos das Muster erkannt haben. Mose und Aaron kommen vorbei, drohen eine Plage an und gehen wieder. Die Plage kommt über ganz Ägypten außer über Goschen, wo die Israeliten wohnen. Der Pharao holt die Beiden wieder her und lässt für sich beten. Die Plage hört auf und der Pharao bricht sein Wort.

Die Hofbeamten bedrängen ihn und der König von Ägypten möchte ein Kompromiss finden. Die Männer sollen ohne die Familien in die Wüste gehen und opfern. Der Pharao will einfach diese billigen Arbeitskräfte nicht freilassen. Er will sie behalten. Der Pharao will etwas behalten, was ihm nie gehört hatte.

Nach den Heuschrecken kommt die totale Finsternis über Ägypten und wieder holt der Pharao Aaron und Mose zu sich. Diesmal will er auch ihre Familien ziehen lassen, aber das Vieh will er behalten. Ich denke dem Pharao war klar, dass die Israeliten nicht vorhaben wieder zurück zu kommen. Das Vieh sollte das Pfand sein, seine Versicherung, dass sie doch wieder zurückkommen.

Mose lässt sich nicht auf diesen faulen Kompromiss ein:

25 Aber Mose widersprach: »Du musst uns schon erlauben, Tiere mitzunehmen, die wir dem Herrn, unserem Gott, als Schlacht- und Brandopfer darbringen können!
26 Darum muss auch unser Vieh mit uns gehen, kein einziges Tier darf zurückbleiben! Denn aus unseren Herden müssen wir die Opfertiere für den Herrn, unseren Gott, auswählen. Und solange wir noch nicht in der Wüste sind, wissen wir gar nicht, welche Tiere wir dafür brauchen.«
27 Doch der Herr ließ den Pharao starrsinnig werden, so dass er den Israeliten die Erlaubnis verweigerte.
28 »Verschwinde!«, rief der König. »Wage es nicht, mir noch einmal unter die Augen zu treten, sonst bist du ein toter Mann!«
29 Da antwortete Mose: »Du hast recht, ich werde dich nie wiedersehen!«

2. Mose 10, Verse 25-29

Der Pharao schwankt zwischen weiteren Zugeständnissen und totaler Ablehnung. Dass das keine Verhandlung ist, bei dem Er irgendwie die billigen Arbeitskräfte behalten kann, scheint nicht angekommen zu sein. Und Gott nutzt das als PR-Aktion für seine Macht.

Mose erkennt immer noch die Macht des Pharaos an und ist einverstanden nicht mehr vor ihn zu treten. Aber Gott ist einfach die höchste Stufe der Macht und sein Auftrag ist Befreiung. Kein kurzer Spaziergang in die Wüste. So wie Mose das Ziel klar vor Augen hatte: Nämlich die Befreiung des ganzen Volkes. So dürfen wir auch unser Ziel nicht aus den Augen verlieren. Dann werden wir faule Kompromisse schon von weitem erkennen und von keiner Taktik aus der Bahn geworfen. Was Gott über die Zukunft gesagt hat, ist unausweichlich. Je früher wir das erkennen, desto besser.

2. Mose 9

Das Vieh der Ägypter muss dran glauben, aber das der Israeliten wird verschont. Dann werden die Ägypter und sogar die Zauberer von Geschwüren geplagt und die Israeliten bleiben verschont. Jetzt noch an Zufall zu glauben wird extrem schwierig.

13 Der Herr sprach zu Mose: »Geh morgen früh zum Pharao und richte ihm aus: ›So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Lass mein Volk ziehen, es soll mir dienen!
14 Wenn du auch diesmal nicht auf mich hörst, werde ich solche Strafen über dich, deine Hofbeamten und dein ganzes Volk verhängen, dass du endlich einsehen musst: Niemand auf der Welt ist mir gleich!
15 Ich hätte schon längst meine Hand ausstrecken können, um dich und dein ganzes Volk mit der Pest zu bestrafen und vom Erdboden zu vertilgen!
16 Aber ich habe dich am Leben gelassen, um dir meine Macht zu zeigen und meinen Namen in der ganzen Welt bekannt zu machen.
17 Immer noch bist du hochmütig und weigerst dich, mein Volk ziehen zu lassen.
18 Darum schicke ich morgen um diese Zeit den schlimmsten Hagel, den Ägypten in seiner Geschichte je gesehen hat!
19 Sorg dafür, dass deine Knechte sich selbst und deine Viehherden draußen auf dem Land in Sicherheit bringen! Alle Menschen und Tiere, die nicht in Häusern oder Ställen Schutz gesucht haben, werden vom Hagel erschlagen.‹«
20 Einige der ägyptischen Hofbeamten nahmen die Drohung des Herrn ernst. Sie ließen ihre Knechte und das Vieh schleunigst in die Häuser und Ställe bringen.
21 Andere dagegen scherten sich nicht um Gottes Warnung; ihre Knechte und ihr Vieh mussten draußen auf den Weiden bleiben.

2. Mose 9, Verse 13-21

Gott geht es nicht darum, Unheil anzurichten. Er gibt dem Pharao Tipps, wie er vor dem heftigsten Hagel verschont bleibt und so wenig wie möglich Schaden abbekommt. Einige der ägyptischen Hofbeamten sehen ein, dass der Pharao nicht so mächtig ist, wie alle immer geglaubt haben und nehmen sich die Ratschläge Gottes zu Herzen.

Die Ägypter glaubten nämlich, dass der Pharao auserwählt war, die Arbeit der Götter auf der Erde zu erledigen. So hatten die Pharaonen die Aufgabe, das Leben der Menschen in geordnete Bahnen zu lenken und ihre Untertanen zu beschützen.

Wir denken doch meist so: „Ey, Du hast keine Chance. Du bist der Pharao, aber Gott zeigt Dir doch, dass Er mehr Macht hat als Du. Wie viele Plagen willst Du Dir noch geben lassen?“

Aber mit diesem Eingeständnis müsste der Pharao an seiner Existenz zweifeln. Er müsste zugeben, dass alles was sein Volk zu wissen glaubte, komplett in Frage gestellt werden musste. Was blieb dann noch von seinem Leben übrig? Wer würde dann noch auf ihn hören? Wie viel musste neu bedacht werden? Fragen über Fragen!

Warum kann nicht einfach alles so bleiben, wie es schon die ganze Zeit war? Der Pharao wollte weiter Macht ausüben und die einfachste Lösung nehmen. Egal wie sehr alles für eine neue Regelung spricht. Egal, wie vernünftig es wäre, sich den Hebräern anzuschließen und ebenfalls Gott zu verehren. Der Pharao hält an dem Alten fest, das sich ja schließlich über Jahrhunderte etabliert hatte.

Was wäre passiert, wenn Ägypten ab diesem Zeitpunkt Gott verehren würde? Wenn sie Israel den Lohn für ihre Arbeit bezahlten und sie freiließen? Gott hätte statt der restlichen Plagen Segen über Ägypten kommen lassen. Statt den Israeliten immer nur zu versprechen sie ziehen zu lassen, könnte der Pharao sich entschuldigen und dann ein großes Abschieds-Fest feiern.

Du hast immer eine Wahl! Der Pharao entschied sich gegen besseres Wissen für die vermeintlich einfachere Lösung. Alles bisher Vertraute auf den Kopf zu stellen und sein gesamtes Leben neu auszurichten, scheint vielen Menschen einfach kein gangbarer Weg zu sein.

Aber was passiert im Endeffekt, wenn Du anfängst Gott zu verehren? Dein Leben ändert sich. Ja. Gewohnte Dinge müssen in Frage gestellt werden. Ja. Aber Du kannst auch anfangen zu feiern, weil der Allmächtige auf Deiner Seite ist.