Markus 11

20 Als sie am nächsten Morgen wieder an dem Feigenbaum vorbeikamen, sahen sie, dass er völlig abgestorben war.
21 Petrus erinnerte sich und sagte: »Rabbi, sieh doch! Der Baum, den du verflucht hast, ist vertrocknet.«
22 Da antwortete Jesus: »Ihr müsst Gott ganz vertrauen!
23 Ich versichere euch: Wenn ihr glaubt und nicht im Geringsten daran zweifelt, dass es wirklich geschieht, könnt ihr zu diesem Berg sagen: ›Hebe dich von der Stelle und stürze dich ins Meer!‹, und es wird geschehen.
24 Deshalb sage ich euch: Um was ihr auch bittet – glaubt fest, dass ihr es schon bekommen habt, und Gott wird es euch geben!
25 Aber wenn ihr ihn um etwas bitten wollt, sollt ihr vorher den Menschen vergeben, denen ihr etwas vorzuwerfen habt. Dann wird euch der Vater im Himmel eure Schuld auch vergeben.«

Es scheint hier so, dass Jesus uns Gott als einen Wunschautomaten präsentiert:

24 Deshalb sage ich euch: Um was ihr auch bittet – glaubt fest, dass ihr es schon bekommen habt, und Gott wird es euch geben!

Glaub nur fest daran und dann gibt Gott Dir das. Lass uns mal etwas tiefer schauen…

In Vers 25 gibt es nämlich noch eine Bedingung: Aber wenn ihr ihn um etwas bitten wollt, sollt ihr vorher den Menschen vergeben, denen ihr etwas vorzuwerfen habt. Dann wird euch der Vater im Himmel eure Schuld auch vergeben.

Unversöhnlich zu sein und nicht vergeben zu wollen. Jemandem etwas nachtragen und dann so zu beten wie in Vers 24, das wird nicht funktionieren.

Das ist offensichtlich und steht so im Text. Aber es gibt noch eine weitere Sache zu beachten. Jesus tat immer nur das, was er den Vater tun sah. Er tat das, was im Willen des Vaters war. Ich kann mir vorstellen, dass seine Beziehung so krass war, dass er unmittelbar bevor er etwas tat, tatsächlich eine Eingebung hatte, was zu tun ist. Ich kann mir aber auch vorstellen, da er seinem Vater im Himmel bereits so lange über die Schulter schaute und ihn so gut kannte, dass er über die Prinzipien genau Bescheid wusste.

Vermutlich ist es der Mix aus beidem. Es ist etwas schwierig (unmöglich) zu erfassen. Weil Jesus war nicht nur zu 100% Mensch auf der Erde. Er war auch zu 100% Gott. Trotzdem liegt der Fokus eher auf dem „Menschensohn“. Schließlich ist Jesus unser Vorbild, dem wir nachfolgen.

Also doch kein Wunschautomat. Naja. Für Jesus war es der Standard im Willen Gottes zu leben. Somit war Jesu Willen gleichzeitig Gottes Willen. Und das ist ein Punkt, den wir mitnehmen können. Gott so kennenzulernen. Ihm so über die Schulter zu schauen und immer mehr zu lernen, was sein Wille ist, (Bibel lesen) dass wir ihm völlig, ganz, zu 100% vertrauen. Dass sein Wille nicht nur theoretisch das Beste für mich ist, sondern auch ganz praktisch, erlebbar, erfahrbar.

Und dann darf ich bitten, kann fest glauben und Gott wird es schenken. Wichtig hierbei: Das Bitten ist meine Aufgabe! Der Glaube kommt aus meiner Beziehung mit Gott und um den „Rest“, die Erfüllung kümmert sich Gott.

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