Markus 5

In Kapitel 5 finden wir eine krasse Story nach der anderen. Und wir sehen ganz verschiedene Reaktionen. Da ist der Besessene, der in Grabhöhlen haust und wo er mit Jesus ins Gespräch kommt, was an sich schon ein Wunder ist. Da sehen wir, dass die Dämonen ganz genau wussten, wer Jesus ist. Der Mann rief laut: »Was willst du von mir, Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten? Ich beschwöre dich bei Gott, quäle mich nicht!«

Im weiteren Verlauf merken wir, dass Jesus sich eher mit den Dämonen unterhält. Dieser Mann war nicht Herr seiner selbst. Jesus sieht diesen leidgeplagten Mann, der sich selbst nicht unter Kontrolle hat und er befreit ihn. Dieser Mann will bei Jesus bleiben, bekommt aber den Auftrag von seiner Heilung zu erzählen.

20 Da ging der Mann weg und berichtete im ganzen Gebiet der Zehn Städte, was Jesus für ihn getan hatte. Und alle staunten.

Den Leuten, die diesen verrückten von Dämonen beherrschten Mann ruhig und angezogen bei Jesus sitzen sehen, wird es unheimlich. Dann sind da auch noch die ca. 2000 Schweine, die dran glauben mussten und im See ertranken. Und sie bitten Jesus die Gegend zu verlassen. Jesus kann meinetwegen die Kranken heilen, aber nicht auf Kosten meines Geldes. Soll er das woanders machen, nicht hier. Wir haben uns mit allem arrangiert gehabt. Auch mit diesem Besessenen und seinen Dämonen hatten wir eine Lösung gefunden. Einfach nicht zu nahe kommen. Was zu viel ist, ist zu viel. Ist ja ganz interessant, aber geh das lieber woanders machen.

Jesus lässt diese Menschen in Ruhe und fährt mit dem Boot wieder auf die andere Seite. Menschenmengen umringen ihn und da kommt der Vorsteher der jüdischen Gemeinde. Seine Tochter liegt im Sterben und Jesus geht mit ihm. Während er so geht, berührt eine Frau heimlich das Gewand von Jesus und sie wird geheilt. Sie litt an starken Blutungen, hatte ihr ganzes Vermögen für Ärzte ausgegeben und Jesus war wohl ihre letzte Chance. Jesus merkt, dass Kraft von ihm ausgegangen war und als die Frau ihre Geschichte erzählt hat, sagt Jesus zu ihr: »Meine Tochter, dein Glaube hat dich geheilt. Geh in Frieden. Du bist gesund.«

Jesus ist auf dem Weg zu einem schwerkranken Mädchen, das im Begriff ist zu sterben. Trotzdem nimmt er sich die Zeit für diese Frau, die bereits so lange leidet. Was mir auffällt: Ich kenne keine Stelle, wo Jesus sich hetzen lässt. Irgendwie ist er immer in Ruhe. Er ist in seiner Mitte, würde man heute vielleicht sagen. Ich denke mir so: „Hey, die Frau ist doch geheilt. Lass sie doch gehen und kümmer dich um das schwerkranke Mädchen.“ Aber Jesus geht es niemals nur um die körperliche Heilung. Er redet mit der Frau, nimmt sich Zeit, baut Beziehung auf.

35 Noch während er mit der Frau redete, kamen einige Leute aus dem Haus von Jaïrus gelaufen und sagten zu ihm: »Deine Tochter ist gestorben. Es hat keinen Zweck mehr, den Lehrer zu bemühen.«

Wir sind vielleicht auch mal in so einer Lage, wo wir uns fragen: „Was hab ich falsch gemacht?“ Ich könnte mir vorstellen, dass das die Frage war, die Jairus sich stellte. Ich bin mit meinem Problem zu Jesus gekommen. Aber Jesus lässt sich aufhalten, kümmert sich erst noch um Andere. Und jetzt ist es zu spät. Dann kommt der Vers 36: Sehr einfach zu verstehen. Aber das konsequent umzusetzen, dazu muss man all sein Wissen, wie die Welt funktioniert, hinter sich lassen. Wieder wie ein Kind werden.

36 Jesus hörte das und sagte zu Jaïrus: »Verzweifle nicht! Vertrau mir einfach!«

Am Ende bekommen die Eltern ihre zwölfjährige Tochter wieder zurück und wir dürfen aus diesen Geschichten lernen, dass Gott sich für jeden Zeit nimmt und ihm trotzdem nichts entgleitet.

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