Markus 14

27 Unterwegs sagte Jesus zu seinen Jüngern: »Ihr werdet euch alle von mir abwenden. Denn in der Heiligen Schrift steht: ›Ich werde den Hirten erschlagen, und die Schafe werden auseinanderlaufen.‹
28 Aber nach meiner Auferstehung werde ich nach Galiläa gehen, und dort werdet ihr mich wiedersehen.«
29 Da beteuerte Petrus: »Wenn sich auch alle anderen von dir abwenden – ich halte zu dir!«
30 Jesus erwiderte: »Ich versichere dir: Heute Nacht, noch ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du dreimal geleugnet haben, mich zu kennen.«
31 »Ausgeschlossen!«, rief Petrus. »Auch wenn es bedeutet, dass ich mit dir sterben muss, werde ich das niemals tun!« Alle anderen Jünger beteuerten dies ebenfalls.

Petrus war immer eher der Draufgänger. Er ging voran, packte die Sachen an. Und das was Jesus da sagte, das passte absolut nicht in sein Bild über sich selbst. Deswegen widerspricht Petrus Jesus hier vehement. I’m ready. Ich bin bereit mit Dir zu sterben. Petrus glaubte das tatsächlich über sich. Aber auch alle anderen Jünger bestätigten das. Quasi im Chor: Wir sind alle bereit mit Dir zu sterben, wenn es drauf ankommen sollte.

Wir kennen die Geschichte. Keiner der Jünger hält sein Wort. Aber das wusste Jesus bereits. Er sagt es ja voraus in Vers 27: Ihr werdet euch alle von mir abwenden. Denn in der Heiligen Schrift steht: ›Ich werde den Hirten erschlagen, und die Schafe werden auseinanderlaufen.‹

Wenn ich mir das so durchlese, schwingt in diesen Worten kein Vorwurf mit. Es klingt eher wie eine Erklärung. Jesus wusste genau, wo seine Jünger standen. Und wie es mit der Loyalität aussah. Trotzdem beklagt er sich nicht, sondern geht diesen Weg bis zu Ende. Jesus war nicht abhängig von äußeren Umständen. Er tat, was er den Vater tun sah. Er tat, was er von seinem Vater gelernt hatte.

Vielleicht denken wir auch so wie Petrus und die anderen Jünger: „Ich zieh’s durch.“ Und dann kommt eine Situation, wo wir scheinbar alles vergessen, was wir gelernt haben. Wo wir einfach die Buchsen voll haben oder total gehemmt sind, weiterzugehen.

72 In diesem Augenblick krähte der Hahn zum zweiten Mal, und Petrus fielen die Worte ein, die Jesus zu ihm gesagt hatte: »Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du dreimal geleugnet haben, mich zu kennen.« Da fing Petrus an zu weinen.

Petrus musste da durch und auch wir kommen immer wieder an solche Punkte, wo Gott Dich prüft und Dir zeigt: So weit bist Du gekommen. Hier stehst Du mit Deinem Glauben. Und vielleicht müssen wir dann auch weinen. Einmal reflektieren und unser Bild, das wir von uns selbst haben, wieder zurecht rücken lassen.

Jesus macht Dir kein Vorwurf. Gott macht Dir kein Vorwurf. Er ist niemals der, der Dir Dein Problem vorwirft. Er ist immer die Lösung.

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