Apostelgeschichte 2

1 Zum Beginn des jüdischen Pfingstfestes waren alle, die zu Jesus gehörten, wieder beieinander.
2 Plötzlich kam vom Himmel her ein Brausen wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich versammelt hatten.
3 Zugleich sahen sie etwas wie züngelndes Feuer, das sich auf jedem Einzelnen von ihnen niederließ.
4 So wurden sie alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in fremden Sprachen zu reden, jeder so, wie der Geist es ihm eingab.
5 In Jerusalem hatten sich viele fromme Juden aus aller Welt niedergelassen.
6 Als sie das Brausen hörten, liefen sie von allen Seiten herbei. Fassungslos hörte jeder die Jünger in seiner eigenen Sprache reden.
7 »Wie ist das möglich?«, riefen sie außer sich. »Alle diese Leute sind doch aus Galiläa,
8 und nun hören wir sie in unserer Muttersprache reden;
9 ganz gleich ob wir Parther, Meder oder Elamiter sind. Andere von uns kommen aus Mesopotamien, Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia,
10 aus Phrygien, Pamphylien und aus Ägypten, aus der Gegend von Kyrene in Libyen und selbst aus Rom.
11 Wir sind Juden oder Anhänger des jüdischen Glaubens, Kreter und Araber. Doch jeder von uns hört diese Menschen in seiner eigenen Sprache von Gottes großen Taten reden!«
12 Erstaunt und ratlos fragte einer den anderen: »Was soll das bedeuten?«

Jedes mal, wenn ich mir diese Geschichte anschaue, dann denke ich: Das muss echt krass gewesen sein. Plötzlich sprechen gewöhnliche Menschen in anderen Sprachen. In Sprachen, die sie nie gelernt haben. Und alle Leute verstehen sie. Und diese Leute hatten verschiedene Sprachen. Wenn ich richtig gezählt habe, sind es 13 gewesen, die hier erwähnt werden. Also muss doch mindestens einer von den 12 Aposteln 2 Sprachen gleichzeitig gesprochen haben. Aber wenn wir die Verse 6-8 nochmal lesen, dann merken wir jeder sprach die mind. 13 Sprachen. Und das ist krass.

Also eine Sprache zu sprechen ohne sie gelernt zu haben, ist heftig. Aber 13 Sprachen zu sprechen, ohne sie gelernt zu haben und diese 13 Sprachen zur gleichen Zeit zu sprechen, das ist überkrass.

Wir kennen die Antwort auf das „Wie“? Dabei geht es nicht um wissenschaftliche Details, wie genau das stattgefunden hat. Es geht darum, WER da am Werk war. Und die Antwort ist der „Heilige Geist“. Als Christen wissen wir das und feiern das jedes Jahr an Pfingsten.

Aber so fasziniert ich auch an dieser Geschichte bin, wirklich realisiert habe ich Pfingsten noch nicht. Weil derselbe Heilige Geist, der damals Menschen in Sprachen sprechen lässt, die sie nie gelernt haben. Derselbe Geist ist auch heute noch da und wirkt in mir.

Die Zeiten haben sich geändert. Ich spreche nicht 13 Sprachen, die ich nie gelernt habe. Damals war genau das wichtig und der Heilige Geist bewirkte es. Heute sind andere Dinge wichtig und der Heilige Geist wirkt auch heute genau das, was er bewirken soll. In dem Maße, wie wir ihn wirken lassen. Und das finde ich MEGA-KRASS. Gott schenkt uns seinen Geist, aber dieser Geist übernimmt die Führung nur so weit, wie wir es zulassen. Sonst wären die Jünger damals zu Robotern geworden. Quasi Version 1.0.

Wenn Gott sagt, er will ein Gegenüber, das ihm ähnlich sei. Dann meint er es auch so. Aber ohne seinen Geist haben wir nicht den Hauch einer Chance, so zu leben, dass es gut für uns ist. Ohne ihn sind wir nicht in der Lage zu lieben. Weder Gott, noch uns selbst und schon gar nicht unsere Mitmenschen. Wenn wir Pfingsten feiern, feiern wir das Leben. Und seit Pfingsten dürfen wir das Leben einfach jeden Tag feiern.

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