1. Mose 22

1 Einige Zeit später stellte Gott Abraham auf die Probe. »Abraham!«, rief er. »Ja, Herr?«
2 »Geh mit deinem einzigen Sohn Isaak, den du so sehr liebst, in die Gegend von Morija. Dort zeige ich dir einen Berg. Auf ihm sollst du deinen Sohn Isaak töten und als Opfer für mich verbrennen!«

1. Mose 22, Verse 1-2

What? Whaaaat? Das ist der Sohn, den Du mir versprochen hast! Aus ihm wird ein ganzes Volk entstehen!!! Das wäre doch eine angemessene Reaktion. Wenn ich etwas nicht verstehe, dann reagiere ich so. Abraham denkt sich: Alles kar, dann spalte ich morgen erstmal direkt das Holz.

3 Am nächsten Morgen stand Abraham früh auf und spaltete Holz für das Opferfeuer. Dann belud er seinen Esel und nahm seinen Sohn Isaak und zwei seiner Knechte mit. Gemeinsam zogen sie los zu dem Gebirge, das Gott Abraham genannt hatte.
4 Nach drei Tagereisen war es in der Ferne zu sehen.
5 »Ihr bleibt hier und passt auf den Esel auf!«, sagte Abraham zu den beiden Knechten. »Der Junge und ich gehen auf den Berg, um Gott anzubeten; wir sind bald wieder zurück.«

1. Mose 22, Verse 3-5

Ich wüsste nur zu gern, was im Kopf bei Abraham vorging. Ob er schon ahnte, dass Gott ihn prüfen wollte. Auf jeden Fall sagt er niemandem etwas und zieht es durch. Die beiden Knechte haben keine Ahnung, sein Sohn Isaak hat keine Ahnung. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass auch Sara keine Ahnung hatte. Sie hätte vermutlich etwas dagegen gehabt.

Abraham geht mit seinem Sohn opfern. Das waren bestimmt sehr verrückte 3 Tage. Wir lesen zwar nichts davon, was in Abrahams Kopf vorging. Aber als sie in die Gegend von Morija kommen, lässt er seine beiden Knechte warten um ein Stück weiter seinen Sohn zu opfern. Und er lässt nichts davon durchsickern. Er will danach wieder mit seinem Sohn zu seinen Knechten stoßen und dann gehen sie wieder nach Hause.

Gott hat mehr Möglichkeiten, als Du Dir auch nur im Ansatz vorstellen kannst. Die Geschichten die Abraham zuvor mit Gott erlebt hatte, hatten die Wirkung wohl nicht verfehlt. Vielleicht war Abraham auch einfach gespannt, wie Gott dieses Dilemma lösen wird. Weil aus einem toten Isaak kann kein Volk entstehen. Vielleicht dachte er: Ok, Gott. Du hast bisher immer Auswege gehabt, auch wenn ich sie nicht sehen konnte. Vielleicht erweckst Du ihn wieder zum Leben.

Wir wissen, wie es weiterging. Gott stoppt ihn kurz davor. Er hat schon das Messer in der Hand. Gott greift ein. Nicht eine Sekunde zu früh. Aber auch nicht eine Sekunde zu spät. Just in time. Wir werden alle unruhig, wenn eine Situation eskaliert und alles auf ein bestimmtes Ende hinweist. Solange ich mit meinen Möglichkeiten rechne, habe ich auch allen Grund dazu. Aber Gott ist nicht begrenzt. Und wenn ich mit ihm rechne und seinen Möglichkeiten, dann bin ich wie ein kleines Kind, das einfach seinem Papa vertraut.

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