1. Mose 39

Josef wird von seinen Brüdern verkauft und landet auf dem Sklavenmarkt in Ägypten. Der Oberbefehlshaber der königlichen Leibwache kaufte ihn und von da an geht Josefs Karriere erstmal steil nach oben. Er ist zwar immer noch Sklave, aber Potifar vertraut ihm immer mehr.

5 Von da an segnete der Herr Potifar und ließ es ihm Josef zuliebe gut gehen. Die Arbeiten im Haus waren erfolgreich, es gab eine gute Ernte, und die Viehherden vergrößerten sich.
6 Potifars Vertrauen wuchs: Er ließ Josef freie Hand und kümmerte sich selbst um nichts mehr, außer um seine eigenen Speisen. Josef sah sehr gut aus.
7 Darum hatte auch Potifars Frau mittlerweile ein Auge auf ihn geworfen. »Schlaf mit mir!«, forderte sie ihn auf.
8 Aber Josef weigerte sich: »Du weißt doch: Mein Herr braucht sich im Haus um nichts zu kümmern – alles hat er mir anvertraut.
9 Ich habe genauso viel Macht wie er. Nur dich hat er mir vorenthalten, weil du seine Frau bist. Wie könnte ich da ein so großes Unrecht tun und gegen Gott sündigen?«
10 Potifars Frau ließ nicht locker. Jeden Tag redete sie auf Josef ein, er aber hörte nicht darauf und ließ sich nicht von ihr verführen.
11 Einmal kam Josef ins Haus, um wie gewöhnlich seine Arbeit zu tun. Von den Sklaven war gerade niemand anwesend.
12 Da packte sie ihn am Gewand. »Komm mit mir ins Bett!«, drängte sie. Josef riss sich los, ließ sein Gewand in ihrer Hand und floh nach draußen.
13-14 Potifars Frau schrie auf, rief nach ihren Dienern und zeigte ihnen Josefs Gewand. »Seht«, rief sie, »mein Mann hat uns einen Hebräer ins Haus gebracht, der jetzt mit uns umspringt, wie er will! Er wollte mich vergewaltigen, aber ich habe laut geschrien.
15 Da lief er schnell davon, doch dieses Gewand hat er bei mir zurückgelassen!«
16 Sie behielt Josefs Gewand und wartete, bis ihr Mann nach Hause kam.
17 Ihm erzählte sie dieselbe Geschichte und hielt ihm vor: »Dieser hebräische Sklave, den du ins Haus geholt hast, kam zu mir und wollte seinen Spaß mit mir haben.
18 Als ich laut zu schreien anfing, ließ er von mir ab und rannte hinaus. Doch sein Gewand blieb bei mir liegen – schau her!«

1. Mose 39, Verse 5-18

Was für eine hinterlistige und verlogene Frau. Gott segnet Josef und Josef geht es wirklich gut. Bemerkenswert finde ich mit welcher Selbstverständlichkeit er die Angebote von Potifars Frau ablehnt. Wir lesen nicht, dass er eine Pro und Contra Liste macht. Ich stell mir so vor, wie er seine Hand hebt und sich denkt: „Talk to my hand“ Keine Chance, dass ich Dir zuhöre. Weder missbrauche ich das Vertrauen von Deinem Mann. Und schon gar nicht lehne ich mich gegen meinen Gott auf.

19 Als Potifar das hörte, geriet er in Zorn
20 und ließ Josef ins Staatsgefängnis werfen.
21 Aber der Herr hielt weiterhin zu Josef. Er stand ihm bei und sorgte dafür, dass der Gefängnisverwalter ihm wohlgesinnt war.
22 Josef wurde bald darauf von ihm zum Aufseher über die Gefangenen ernannt; er war nun verantwortlich für alles, was im Gefängnis geschah.
23 Der Verwalter brauchte sich um nichts mehr zu kümmern. Er vertraute Josef völlig, weil er sah, dass der Herr ihm half und ihm Erfolg schenkte.

1. Mose 39, Verse 19-23

War er bei seinen Brüdern noch ziemlich unweise und erzählte von seinen Träumen. Hier ist er komplett unschuldig und wird trotzdem ins Gefängnis geworfen. Keine Ahnung, wie es mir gehen würde. Von den Brüdern verkauft, in einem fremden Land, als Sklave, im Gefängnis.

Wow, mir geht es doch ziemlich gut, wenn ich mir diese Situation vorstelle. Bei diesen Versen drängt sich mir das Bild von einem absolut coolen Typen auf. Okay, dann gehe ich ins Gefängnis. Schauen wir mal, wie Gott mich da rausholt. Ich denke, Josef war mental und geistig extrem fit. Mit Sicherheit hätte er sich auch entscheiden können, Gott anzuklagen und die Schuld zuzuweisen, wieso er ihn nicht vor dem Gefängnis bewahrt hatte. Die Perspektive auf Dein Leben ist entscheidend. Welche Geschichte erzählst Du Dir über Dein Leben, wenn keiner zuhört? Und wie oft kommt Gott darin als der Allmächtige Dich liebende Vater vor?

Nicht Du gibst Deinem Leben eine Bedeutung. Sondern Gott gibt sie. Du entscheidest nur, ob Du diese annimmst.

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