1. Mose 27

Jakob hatte einen Deal mit Esau. Linsengericht gegen Erstgeburtsrecht. Und um die Sache rund zu machen will er den Segen von seinem Vater Isaak. Aber weil Isaak Esau segnen wollte, greifen Rebekka und Jakob zu einer weiteren List. Sie nehmen die Klamotten von Esau, Felle für die Haut und bereiten ihm ein leckeres Essen zu. Isaak fragt zwar noch ein paar mal nach, weil die Stimme doch irgendwie nach Jakob klingt, aber alle anderen Indizien deuten auf Esau. Also segnet er ihn.

30 Kaum hatte Isaak diesen Segen ausgesprochen und Jakob das Zelt wieder verlassen, da kam auch schon Esau von der Jagd zurück.
31 Auch er bereitete das Essen so zu, wie es sein Vater gerne aß, und brachte es ihm. »Setz dich auf und iss von meinem Wild, Vater, damit du mir den Segen geben kannst!«, sagte er.
32 »Wer bist denn du?«, fragte Isaak verwundert. »Dein Sohn Esau, dein Erstgeborener!«, bekam er zur Antwort.
33 Da erschrak Isaak heftig und fing an zu zittern. »Aber gerade eben hat mir schon jemand gebratenes Wild zu essen gegeben!«, rief er. »Ich habe alles gegessen und ihn gesegnet, bevor du kamst. Ich kann mein Wort nicht mehr rückgängig machen!«
34 Als Esau das hörte, schrie er voll Bitterkeit laut auf. »Bitte, Vater, segne mich doch auch!«, flehte er.
35 Aber Isaak entgegnete: »Dein Bruder hat dich betrogen und um den Segen gebracht.«
36 »Ja, nicht umsonst trägt er den Namen Jakob«, sagte Esau. »Jetzt hat er mich schon zum zweiten Mal überlistet! Zuerst hat er sich meine Rechte als ältester Sohn erschlichen, und jetzt bringt er mich auch noch um den Segen, der mir zusteht! Hast du denn keinen Segen mehr für mich übrig?«

1. Mose 27, Verse 30-36

Warum kommt Jakob damit durch? Es ist schon sehr hinterhältig, was er da macht. Aber lies mal, was Gott über die beiden Brüder sagt:

2 »Ich habe euch immer geliebt«, sagt der Herr zu euch, doch ihr erwidert: »Woran hätten wir denn deine Liebe zu uns erkennen können?«
Darauf antwortet der Herr: »Waren nicht Jakob und Esau Brüder? Trotzdem habe ich Jakob geliebt,
3 aber Esau von mir gestoßen. Das Bergland von Edom, die Heimat von Esaus Nachkommen, machte ich zur Wüste, und jetzt hausen dort die Schakale.

Maleachi 1, Verse 2-3

Und im neuen Testament greift Paulus das nochmal auf und schreibt an die Christen in Rom:

11-12 Noch ehe ihre Söhne Esau und Jakob geboren waren, das heißt, noch ehe sie etwas Gutes oder Böses getan haben konnten, hatte Gott zu ihr gesagt: »Der Ältere wird dem Jüngeren dienen.« Damit gab Gott ganz klar zu erkennen, dass seine Zusagen ausschließlich auf seinem Willen beruhen; sie sind also ein unverdientes Geschenk und nicht von den Leistungen des Menschen abhängig.
13 So sagt Gott ausdrücklich: »Ich habe Jakob geliebt, aber Esau von mir gestoßen.«

Römer 9, Verse 11-13

Wir können hier zu der falschen Schlussfolgerung kommen, dass es dann ja egal ist, wie ich lebe. Gott hat ja schon vorherbestimmt, was passieren wird. Damit öffnen wir die Debatte, inwiefern der Mensch tatsächlich einen freien Willen hat. Gott hatte es nicht vorherbestimmt, sondern er wusste bereits wer sich wie entscheiden wird. Das ist ein Unterschied.

Weder Jakob noch Esau hatten Gottes Segen verdient. Jakob wollte ihn unbedingt. Esau war es egal. Er wollte einfach das machen, worauf er grad Lust hatte. Gottes Geschenk auszupacken, war nicht seine Priorität. Dafür ist doch später noch Zeit. Doch am Ende muss er merken, dass es Auswirkungen hat, gleichgültig mit Gottes Geschenken umzugehen.

Diese Geschichte ist nicht dafür da, um zu lernen, wie ich Lügen gezielt dafür einsetze, mir einen Vorteil zu verschaffen. Aus meiner Sicht geht es um die Bedeutung, Gottes Geschenke wertzuschätzen oder links liegen zu lassen. Feier ich Gott und das, was er für mich getan hat und immer noch tut oder juckt es mich gar nicht?

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